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Jugendsinfonieorchester Schwerin : Staatskapelle übernimmt Patenschaft

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Sie proben seit drei Monaten gemeinsam und sehr intensiv für den ganz großen Auftritt: 70 Musikschüler des Konservatoriums und der Kunst- und Musikschule Ataraxia. Am 18. Juni wird das erste Konzert erklingen.

Altstadt | Sie proben seit drei Monaten gemeinsam und sehr intensiv für den ganz großen Auftritt: 70 Musikschüler des Konservatoriums und der Kunst- und Musikschule Ataraxia. Am 18. Juni wird auf der Bühne des Mecklenburgischen Staatstheaters das erste Konzert des Jugendsinfonieorchesters Schwerin erklingen. Höhepunkt des Abends: Die Mecklenburgische Staatskapelle wird die Patenschaft über das Nachwuchs ensemble übernehmen. Für die jungen Musiker bedeutet dies, dass sie sich auf eine enge Zusammenarbeit mit den Profis freuen können.

"Die Kinder und Jugendlichen besuchen unsere Proben, schauen sich professionelle Orchesterarbeit an, lernen viel über das Zusammenspiel und die Berufsmusiker ihrerseits sind stolz, dem besonders interessierten Nachwuchs zu zeigen, was sie können", beschreibt Angela Künzel, Vorspielerin und erste Geige in der Staatskapelle, einige Facetten der Patenschaftsbeziehung. "Die Profis haben die Erfahrung und die Jugend bringt die Frische" ergänzt Paolo Bressan, Dirigent und Leiter des Jugendsinfonie orchesters.

Ganz einfach war der Weg bis zu dieser Patenschaft, bis zu diesem Niveau der Orchesterarbeit indes nicht, gibt Bressan zu. "Die Zeit von der Formierung des Ensembles im März bis jetzt zum ersten Auftritt ist kurz, aber es war wichtig, anzufangen", sagt der Italiener, der in seiner Heimat bereits Erfahrung in der Jugendorchesterarbeit sammeln konnte. Denn für die Förderung junger Talente sei eine solche Kooperation außerordentlich bereichernd. "Echte Theaterluft zu riechen, das stimuliert Schüler unheimlich."

Auf dem Programm am 18. Juni um 20 Uhr im Großen Haus stehen noch nicht die schwierigsten Stücke, dennoch jedoch durchaus anspruchsvolle: So erklingen klassische Werke wie die Ouvertüre im italienischen Stil in D-Dur von Franz Schubert, die Romanze für Violine und Orchester in G-Dur von Ludwig van Beethoven und die Sinfonische Dichtung Finlandia des finnischen Komponisten Jean Sibelius, aber auch moderne und populäre Filmmusiken. Als Solisten werden Lina Rehmert und Max Reinhold (Violine) sowie Anastasia Sibirtseva (Querflöte) zu hören sein.

Doch die Jugendorchesterarbeit ist weit mehr als künstlerische Nachwuchsförderung. "So etwas bringt die Jugend, bringt die ganze Gesellschaft voran. Ich bin fest davon überzeugt, dass Musik mithilft, eine bessere Gesellschaft zu schaffen", betont Paolo Bressan. Schwerin habe ein unheimlich großes Potenzial. "In einer Stadt mit 95 000 Einwohnern besuchen mehr als 2500 Schüler Musikschulen. Das ist grandios", sagt der Italiener.

Auch Musikerin Sieglinde Fritzsche betont, dass aus Sicht der Deutschen Orchestervereinigung diese Patenschaftsarbeit einen hohen Stellenwert habe. "Das ist ein Stück Demokratie. Wir eröffnen auch jenen Kindern, die vom Elternhaus her kaum den Zugang zur Musik finden, die Chance zur gleichberechtigten Teilnahme am kulturvollen Leben. Außerdem sollte man nicht vergessen: Musik vermittelt Freude."

Dies würden die rund 200 Kinder und Jugendlichen, die beim Theater-Musikschulprojekt "Camina Burana" mitgemacht hatten, ganz sicher bestätigen ebenso wie die Teilnehmer des jetzigen Projekts "König Midas trifft Till Eulenspiegel", so die gemeinsame Auffassung von Ataraxia-Geschäftsführerin Gerit Kühl, Konservatoriumsdirektor Volker Ahmels und Dr. Ute Lemm vom Staatstheater. Sie alle betrachten das Jugendsinfonieorchester als logische Fortführung dieser übergreifenden Zusammenarbeit, die in Schwerin immer selbstverständlicher wird.

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erstellt am 13.Jun.2011 | 05:16 Uhr

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