zur Navigation springen
Lokales

17. Oktober 2017 | 11:52 Uhr

Spender dringend gesucht

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jun.2011 | 06:36 Uhr

Schwerin | Angesichts der zahlreichen schweren EHEC-Infektionen werden auch in Schwerin die Blut- und Plasmakonserven knapp. "Noch können wir die Krankenhäuser in der Umgebung versorgen", sagt Dr. Berit Quaß, Institutsleiterin des DRK-Blutspendedienstes. "Aber wir brauchen dringend Nachschub. Dabei ist jeder neue Spender willkommen, vor allem aber diejenigen, die regelmäßig Plasma abgeben möchten." Für die lebensrettende Blutwäsche, die viele EHEC-Patienten brauchen, sei nämlich das so genannte Quarantäne-Plasma notwendig. Das muss aber mindestens vier Monate lagern, bis der Spender eine erneute vollständige Untersuchung hinter sich hat. Erst dann erfolgt die Freigabe.

Rund zehn Plasma-Einheiten zu je 250 Milliliter würden für die Blutwäsche pro Patient und Tag benötigt, so Dr. Quaß. "Und das so lange, bis es dem Patienten besser geht. Das kann fünf bis zehn Tage dauern." Bei einer Plasmaspende werden beim DRK 650 bis 850 Milliliter abgenommen. Blutplasma kann alle zwei Wochen abgegeben werden. Insgesamt 500 solcher Spenden hat das DRK in Schwerin in diesem Jahr eingesammelt. Mehr wäre wünschenswert.

Wer heute Plasma spendet, der hilft zwar nicht den akuten Fällen, füllt aber die immer leerer werdenden Blutbanken. "Schließlich gibt es noch viele andere Menschen, für die Blut und Plasma gebraucht werden", so Dr. Quaß. Die Hälfte der Blutkonserven würde heute bei Krebserkrankungen eingesetzt. Für Operationen, bei Komplikationen in der Schwangerschaft und unter der Geburt werden ebenfalls regelmäßig große Mengen benötigt. Zudem steht der Sommer vor der Tür und damit eine ferienbedingte Spender-Flaute.

Schulen oder Firmen, die eine Aktion im eigenen Haus durchführen möchten, können sich ans DRK unter Telefon 59 14 50 wenden und einen Termin mit dem Einsatz-Team vereinbaren. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag sind Spenden in der Wismarschen Straße möglich.

Die Helios-Kliniken in Schwerin meldeten am Dienstag keinen erhöhten Bedarf an Vollblut oder Blutplasma im Zusammenhang mit der Behandlung von EHEC-Patienten. "Der erhöhte Bedarf an Blutplasma, den es vorübergehend durch die Plasmaaustauschtherapie gegeben hat, konnte ohne Probleme abgedeckt werden", so Helios-Sprecherin Grit Czapla. "Durch die Änderung der Therapiestrategie und die stabilen Patientenzahlen ist in Schwerin aktuell kein Anstieg des Bedarfs zu erwarten."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen