Spendenmarathon bricht Rekorde

Stolze 2500 Meter legte  der Sechsjährige Thomas Scheer im Nass zurück.privat
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Stolze 2500 Meter legte der Sechsjährige Thomas Scheer im Nass zurück.privat

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21. April 2010, 07:25 Uhr

Prignitz//Wittenberge | Wahnsinn! 1191 Kilometer legten 600 Schwimmer in 24 Stunden bis gestern 9 Uhr in der Prignitzer Badewelt zurück - eine sehr viel größere Distanz als bei der Erstauflage der Aktion im vergangenen Jahr. Die Schwimmer nahmen am Prignitzer Gesundheitstag teil, der von der Prignitzer Badewelt gemeinsam mit dem Schwimmverein Delphin organisiert wurde, als Partner begleiteten die Sparkasse Prignitz und die DAK den Tag. Die Sparkasse als Partner musste dann auch entsprechend tief in die Tasche greifen: Pro geschwommenem Kilometer stiftete sie einen Euro, rundete diese Summe auf 1300 Euro auf. Die Prignitzer Badewelt gab 200 Euro dazu, so dass sich das CJD Prignitz über insgesamt 1500 Euro freuen darf. Von diesem Geld werden Kinder mit einem Handicap einen Schwimmkurs besuchen können.

Heike Merten, Schulleiterin der CJD Christophorusschule Hoppenrade, sieht in der Schwimmausbildung der behinderten Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren ein "weiteres Puzzle-Teil für ihr Selbstbewusstsein". Dies bestärke sie auf ihrem Lebensweg in Richtung Selbstständigkeit, erklärt die Schulleiterin, die auf eine langjährige Arbeitserfahrung mit Behinderten zurückblickt.

Von der Anzahl der in der Prignitzer Badewelt zurückgelegten Kilometer und der Spendensumme war sie mehr als positiv überrascht: "Ich bin überwältigt, hatte nie damit gerechnet, dass so viele Kilometer zusammen kommen." Dass rund 600 Prignitzer an der Aktion beteiligt waren, habe sie erst gestern früh erfahren. "Einige Schüler haben hier sogar übernachtet", staunte sie.

Großen Anteil am Erfolg haben die Schwimmer des Clubs Delphin und seine Mitstreiter, wie die Wasserwachten. Sie legten 607,5 Kilometer zurück, mehr als die Hälfte der gesamten Distanz. Daneben gibt es eine Vielzahl von herausragenden Einzelleistungen, wie die von Rita Mittelstädt: Die 62-Jährige schwamm 7500 Meter. Oder Markus Borchert, der 240 Bahnen abspulte - 6000 Meter. Die Wittenberger Jahnschule kam mit 127 Schülern und zwei Lehrern. Gemeinsam schwammen sie 118,85 Kilometer.

Aus Perleberg reiste Renate Neumann mit ihrer Tochter Silke Goerigk an. Zusammen schwammen sie 4050 Meter und blieben damit knapp unter dem Ergebnis eines zweiten Perleberger Mutter-Tochter-Duos: Kristin Witte und ihre Mutter Liane schafften 7550 Meter. Vielleicht haben sie das Duell sogar untereinander abgesprochen, denn Liane Witte und Silke Goerigk sind Kolleginnen im Kreiskrankenhaus. Der Perleberger Stadtverordnetenvorsteher Rainer Ramin offenbarte ebenfalls seine sportliche Ader und schwamm fünf Kilometer. Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann kam auf 1100 Meter. Aus den Reihen der Sportvereine gab es folgende Ergebnisse: Boxsportverein Veritas 15 Kilometer, SV Blau Weiß Perleberg 6050 Meter und der PHC Wittenberge 4500 Meter. Dem Sport eng verbunden ist Manfred Wittkowski, der unzählige Pokale angefertigt hat. Am Dienstag schwamm der 74-Jährige exakt 1000 Meter.

Die wohl längste Strecke legte Dr. Hartmuth Glatz aus Perleberg zurück: zehn Kilometer. Für ihn kein Problem, schließlich ist er Triathlet. Der Zahnarzt sieht in dem Ausdauersport einen Ausgleich zum Beruf. "Bei meiner Tätigkeit bewegt man sich relativ wenig und muss sehr konzentriert arbeiten." Beim Schwimmen in der Badewelt vergaß er nicht nur die Praxis, sondern gleich die ganze Welt um sich herum. Rund dreieinhalb Stunden kraulte er durchs Wasser. "Man schwimmt und schwimmt und schwimmt."

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