SPD-Mitglieder der ersten Stunde

Seit 1990 in der SPD: (v.l.) Hannelore Basedow, Dr. Till Backhaus, Rudolf Lamer, Heinz Gohsmann und Sabine Rootschalk
Seit 1990 in der SPD: (v.l.) Hannelore Basedow, Dr. Till Backhaus, Rudolf Lamer, Heinz Gohsmann und Sabine Rootschalk

Boizenburger SPD-Ortsverein ehrt in einer Feierstunde Mitglieder, die schon Anfang 1990 in die Sozialdemokratische Partei eintraten

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09. Juni 2015, 12:20 Uhr

Am vergangenen Freitag traf sich der Boizenburger SPD - Ortsverein, um mit einer kleinen Feierstunde die Mitglieder zu ehren, die schon in den ersten Monaten des Jahres 1990 in die Partei eingetreten sind. Das sind Heinz Gohsmann, der jetzige Fraktionsvorsitzende der SPD-Stadtvertreter und langjährige Kreistagsabgeordnete, Heinrich Groteloh, Roland Jammer, Joachim Koop, Rudolf Lamer, Sabine Rottschalk und Dr. Till Backhaus, der am 1. April 1990 dazu kam. Bürgervorsteherin Heidrun Dräger wurde für ihre 25-Jährige Mitgliedschaft schon am 5. Dezember ausgezeichnet, dem Gründungsdatum der SPD in Boizenburg. „Am 15. Januar 1990 fand die erste Mitgliederversammlung der SPD in der Gaststätte ,ZUR TAUBE’ statt“, erzählt Heinz Gohsmann. „Die Idee für einen eigenen Ortsverein ist auf der Werft geboren und wahrscheinlich am damaligen Runden Tisch entwickelt worden. Da waren auch drei oder vier Leute aus Marschacht zur Unterstützung da. Danach hat uns der Lauenburger Ortsverein sehr geholfen.“

Backhaus, Dräger und Hans-Joachim Hacker waren dann die Kandidaten der SPD für die letzten Wahlen zur DDR-Volkskammer. Mit dem Wahlkampf machte die SPD auf sich aufmerksam, die erste Wahlveranstaltung fand im damaligen Elbkrug statt. Im Laufe des Jahres hatte sie großen Zulauf. „Als ich 1991 eingetreten bin“, sagt Hannelore Basedow, die jetzige Vorsitzende des Boizenburger SPD-Ortsvereins, gab es schon circa 70 Mitglieder.“
„Durch die vielen Arbeiter auf der Werft und im Fliesenwerk war Boizenburg schon immer rot“, lächelt Heinz Gohsmann. Bis zu ihrem Verbot 1933 durch die Nazis gab es neben der SPD noch die USPD und die Kommunistische Partei. Die damaligen Akteure lebten zum Teil 1990 noch, so wie Karl Wehrend, der bis 1933 Vorsitzender der SPD war, oder hatten lebendige Erinnerungen in den Familien hinterlassen. „Deshalb hatte die SPD 1990 so großen Zulauf“, glaubt Gohsmann. Es gab sehr viele junge Leute, die offensichtlich durch ihre Familien vorgeprägt waren.

„Wir sind 1990 in die SPD eingetreten, weil wir etwas verändern wollten“, blickt Hannelore Basedow zurück. „Deshalb wollten wir in der Stadtvertretung mitreden“, sagt Gohsmann. Das haben sie dann auch, bis heute stellte die SPD nur in zwei Wahlperioden nicht die stärkste Fraktion. Ihre Themen waren und sind die Stadtsanierung und die Schaffung von Arbeitsplätzen bzw. der Erhalt dieser in der Werft und im Fliesenwerk. Dafür haben sie sich Mehrheiten auch in anderen Parteien gesucht. Der Erhalt des Krankenhaus-Standortes war ebenfalls ein großes Thema. Heute wie damals engagiert sich die SPD für soziale Belange, die Förderung Boizenburgs als Wirtschaftsstandort und Gleichberechtigung. Fünf von sieben SPD-Stadtvertretern sind Frauen.

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