zur Navigation springen
Lokales

21. September 2017 | 10:29 Uhr

Spaß haben im Museum

vom

svz.de von
erstellt am 03.Jul.2011 | 07:11 Uhr

Potsdam | Der Drache "Fauch" ist ein kluger Geselle. Die Handpuppe kennt spannende Geschichten und führt Kinder durch sein Reich im Neuen Palais in Potsdam. Er zeigt geheime Ecken, erzählt fesselnde Geschichten: Brandenburgs Museen greifen inzwischen tief in die Trickkiste, um kleine Besucher anzulocken. Ihre Neugier soll angestachelt werden. Dabei wird gehofft, dass die Kinder und Jugendlichen eines Tages als Erwachsene zurückkehren.

Vielerorts werden den Gästen spezielle Angebote gemacht: Führungen, Veranstaltungen, Lesungen oder Aktionen, in denen es je nach Alter mal spielerisch, mal wissenschaftlich zugeht. Manchmal sind sogar Erwachsene fasziniert von dem frischen Blick auf bedeutungsschweres Museumswissen.

Die Geschäftsführerin des Brandenburger Museumsverbandes, Susanne Köstering, betont: "Dort wo Kinder etwas selbst machen können, kommen sie gern ins Museum." Daran sollten sich die Angebote orientieren. Wenn sich die Häuser auf dieses Klientel einrichten, klappe es in der Regel. "Doch das ist nicht mit der linken Hand zu erreichen." Räume und Personal müssten dafür schon eingeplant werden.

In den Häusern der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten ist der Nachwuchs willkommen. Gerade erst sei eine Kinder-Internetseite freigeschaltet worden, berichtet Silke Hollender, die bei der Stiftung für solche Angebote zuständig ist. Eine kleine Fledermaus führt die Jüngsten durch die virtuellen Bau- und Gartenkunstwerke. Es wird Wissen vermittelt, aber interaktive Spielen sorgen auch für Spaß. Hollender: "Viele kommen auf den Geschmack und wollen dann alles mal live sehen." Gefragt seien Kinder-Audio-Guides, die altersgerecht durch die Schauen führen. Absolute Höhepunkt sind Kindergeburtstagspartys im Schloss Charlottenburg in Berlin oder in der Schlossküche in Potsdam. Hier können sich die Kids verkleiden und mit unbekannte Zeiten vertraut machen. "Kakao und Kuchen bringen die Eltern mit", sagt Hollender.

Das Potsdamer Mitmachmuseum Extavium ist kein Museum im klassischen Sinne, die Ermahnung "Nicht anfassen" gilt hier nicht. Im Gegenteil: 130 interaktive Exponate können ausprobiert werden. "Und nebenbei ist viel über Naturwissenschaften zu erfahren", erzählt Sprecherin Teresa Döring. Besonders beliebt seien die 30-Minuten-Kurse: Da wird untersucht, wie viel Zucker in einem Gummibärchen ist oder wie Glibberschleim hergestellt werden kann. Im Juli und August gibt es ein großes Spektakel: Dann wird das Geheimnis des Ausbruchs von Vulkanen wie des Vesuvs vor Pompeji oder des Eyjafjallajökull in Island gelüftet. "Und wir lassen selbst kleine Vulkane ausbrechen", kündigt Döring an.

Das Brandenburger Stadtmuseum lädt während der Sommermonate Kinder dazu ein, bei einem Spaziergang ihre Stadt kennenzulernen. Dabei begeben sie sich auf die Spuren des Mittelalters. Unter dem Motto "Schöne alte Kinderzeit" werden Alternativen zu Gameboy und Computer geboten. Spaß versprechen auch Brummkreisel oder Steckenpferd. Für ältere Schulkassen sind Führungen und Workshops zur DDR-Vergangenheit gedacht.

Wer mehr über den legendären Sandmann erfahren will, ist derzeit im Potsdamer Filmmuseum richtig. "Den meisten Spaß haben die Kinder, wenn sie in Gruppen kommen", meint Sprecherin Christine Handke. Das Gemeinschaftserlebnis bringe viele auf den Geschmack, tiefer in die Filmgeschichte einzutauchen. Von den etwa 80 000 Besuchern im Jahr sind etwa ein Drittel Kinder und Jugendliche. Das Brandenburger Spielzeugmuseum im Havelland mit Spielzeug aus 200 Jahren wiederum richtet sich an Jung und Alt. Hier können Erwachsene zeigen, womit sie früher spielten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen