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Lokales

17. Dezember 2017 | 16:57 Uhr

Sparkasse schließt Filiale in Domsühl

vom

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2010 | 08:10 Uhr

Domsühl | Unmut ist in Domsühl aufgekommen, besonders unter den älteren Einwohnern. Denn die Sparkasse Parchim-Lübz hat ihren Kunden dort schriftlich mitgeteilt, dass sie die Domsühler Geschäftsstelle zum 30. September schließt. Nach und nach verschwinde alles vom Dorf, jetzt also auch noch die Sparkasse, ärgert sich Ullrich Lemcke. "Ich fahre noch mit dem Auto nach Parchim, aber das können nicht mehr alle. Und ich werde auch schon 78."

Nico Waitschies hob gestern auf dem Weg zum Baumarkt Geld am Domsühler Sparkassen-Automaten ab. "Für uns aus Raduhn ist das am günstigsten, man kann auch ein facher parken. Und ich muss nicht erst nach Parchim rein", sagt der junge Mann. "Für Ältere ist das richtig schlecht, wenn hier zugemacht wird."

Der Ärger der Kunden, die ihre Geschäftsstelle künftig nicht mehr vor der Haustür haben, sei verständlich, räumt Marina Raddatz von der Sparkasse Parchim-Lübz ein. Doch Verwaltungsrat und Vorstand hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Es sei lange darüber beraten worden. Doch letztlich müsse sich auch eine Sparkasse "an betriebs wirtschaft lichen Kriterien orientieren". Um die Geschäftsstelle auf den heute gefor derten Stand hinsichtlich der Sicherheit zu bringen, wären umfangreiche Investitionen notwendig. Seit 1990 habe es 36 Überfälle auf Filialen des Geldinstituts gegeben, unter anderem in Spornitz, Plau am See und in der Parchimer Weststadt. Der Großteil war Anfang der 90er-Jahre, doch die jüngste Tat geschah erst vor gut einem Vierteljahr. Zwei maskierte, gewaltbereite Männer überfielen Ende Mai die Geschäftsstelle in Leezen. Sie schlugen einem ahnungslosen Kunden, der das Gebäude gerade verlassen wollte, ins Gesicht und bedrohten die drei Bankangestellten. Kleiner Trost: Diese Räuber wurden später ebenso gefasst wie die meisten zuvor.

Teuren Investitionen in die Sicherheit stünden aber sinkende Kundenzahlen gegenüber, in Domsühl um die 15 Prozent, so Raddatz. Die demogra fische Entwicklung mache eben auch hier keinen Bogen. Aus den gleichen Gründen zieht sich die Sparkasse ebenfalls zum Monatsende aus Dabel zurück. So bleiben zwölf Geschäftsstellen erhalten, darunter die Hauptstelle am Parchimer Moltkeplatz.

Die Domsühler Sparkassen-Kunden könnten im Dorf am Geld automaten der VR-Bank, so sei das mit dem Geldinstitut vereinbart, gebührenfrei Geld abheben, versichert Marina Raddatz. Beratung und Kontoführung gehen an die Parchimer Hauptstelle über, sofern die Kunden nicht eine andere Geschäftsstelle wünschen. Die bislang in Domsühl tätigen Angestellten arbeiten weiterhin in Marnitz und in anderen Geschäftsstellen.

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