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Spargelernte läuft auf Hochtouren : Spargel aus der Region satt

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Die Verkaufskörbe mit Spargel müssen stetig nachgefüllt werden. Die Nachfrage nach Spargel aus einheimischen Anbau ist groß. Die Spargelernte in Wöbbelin, Redefin und Sülztorf ist im vollen Gange.

svz.de von
erstellt am 19.Apr.2011 | 06:32 Uhr

Wöbbelin | Die Verkaufskörbe mit Spargel müssen stetig nachgefüllt werden, oft wird gleich der gesamte Korb, wohl gefüllt mit Spargel, verkauft. Doris Hinrichs hat dieser Tage im "Denissen Hofladen" in Wöbbelin alle Hände voll zu tun, die Nachfrage nach den knackigen Asparagus-Stangen - so die lateinische Bezeichnung für den Spargel - zu befriedigen. Die Hochsaison der Spargelernte auf den Spargelfeldern in Wöbbelin, Redefin und Sülztorf ist im vollen Gange.

In der Spitze kostet das Kilo 7 Euro

Die Preise sind zum Vorjahr stabil geblieben, meint Michaela Denissen, die gemeinsam mit Ehemann Rudolf auf 65 Hektar Spargel anbaut. Im Hofladen "lacht" das weiße Gold, wie Spargel landläufig auch genannt wird, die Kunden an. Davor die Preisschilder: Weißer, Klasse I 7 Euro das Kilo, die gleiche Klasse mit violetten Köpfen kostet 6,50 Euro, Weißen Klasse II gibt es für 5 Euro, ist der violett behaftet, wird es 50 Cent billiger. Für den so genannten Bruch, der vom Geschmack wohl einer kompletten Stange in nichts nachsteht, braucht lediglich 3 Euro aus dem Protmonaise geholt werden. Freunde des grünen Spargels kommen mit 3,50 Euro (alle Preis je Kilo) günstig zu einem saisonalen Spitzengenuss. "An den Preisen wird sich bei uns über die gesamte Saison nichts verändern. Das war und bleibt so", erteilt Unternehmerin Denissen den Spargelgenießern eine Absage, "die auf günstigere Zeiten hoffen".

Bis der deutsche Spargel aus Wöbbelin allerdings zwischen Erdbeeren, Weintrauben und Kartoffeln aus dem europäischen Ausland in der Auslage liegt, hat er einen weiten Weg, aus den Spargelbeeten, über Putz- und Waschstraßen bis in die Körbe im Hofladen.

Polnische Spargelernter wissen um ihre Klasse

Auf den Denissen-Anbauflächen sind täglich polnische Hilfskräfte mit kundigen Blick und Stecheisen unterwegs. Viele dieser Erntehelfer sind von Beginn an dabei, haben mittlerweile Familienangehörige angeworben "in Wöbbelin gutes Geld zu verdienen", berichtet die Chefin über ihre Spargelstecherkolonne. Mangel an Saisonkräften habe sie nicht, denn es wird nach Tarif gezahlt, so ihre Angabe. Und zum Lohn für die knüppelharte körperliche Arbeit locken einige weitere Vergünstigungen, um jedes Jahr wiederzukommen.

"Die polnischen Spargelernter wissen um ihre Klasse", meint Denissen. Die Männer und Frauen arbeiten über Stunden in gebückter Haltung entlang der Spargelbeete. Bei den Denissen werden die Spargelbeete ausschließlich mit Planen überzogen. Das fördert das Wachstum, schützt vor Kälte und zu intensiver Sonnenwärme. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Spargelköpfe, die vor dem Stechen durch die Beetkrone stoßen, bleiben vor dem Tageslicht geschützt, die Blaufärbung könne nicht einsetzen, informiert die Spargelexpertin aus Wöbbelin.

Kunden verlangen regionale Erzeugnisse

Der Spargel von den Anbauflächen aus dem gesamten Landkreis Ludwigslust erfreut sich nicht allein starker Nachfrage von privaten Käufern, die saisonale Delikatesse, obgleich vielfach nur als Beilage angeboten, ist im gesamten norddeutschen Raum begehrt. Der Grund dafür sei das Vertrauen der Kunden in die regionalen Erzeugnisse, schätzt Denissen. "Zu wissen, woher ein Nahrungsmittel stammt, wie es angebaut und behandelt wurde, das sind Kriterien, auf die Verbraucher immer mehr Wert legen. Und bei Spargel auf dem Ludwigsluster Land könne der Gaumenfreund sicher sein, dass dieses königliche Gemüse keine langen, an der Qualität zerrenden Wege hinter sich hat."

Mit ihren Spargelmengen beliefert das landwirtschaftliche Unternehmen gut 300 Hotels, Restaurants, Gaststätten aber auch Obst- und Gemüsehändler bis hin zur Ostsee - mit wachsenden Umsatzzahlen.

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