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Lokales

19. Oktober 2017 | 23:39 Uhr

Spätstart für Kartoffelbauern

vom

svz.de von
erstellt am 23.Sep.2010 | 07:35 Uhr

Selow | Es riecht nach Erde und Kartoffeln. Ein laues Lüftchen weht über den Acker. Staub liegt in der Luft. Die Kartoffelernte der Agrar-Genossenschaft Selow e. G. ist in vollem Gange. 110 Hektar werden auf mehreren Feldern bis Ende Oktober gerodet.

Die Brüder Gerald und Hartmut Neumann fahren die Traktoren langsam übers Feld. Staub liegt in der Luft. Die Sonne heizt die Fahrerkabinen auf, Schweißperlen stehen ihnen auf der Stirn. Gerlind Jeske und Sigrid Witt trennen die frisch geernteten Kartoffeln von Steinen. Handschuhe schützen vor der Erde. "Bei diesem sonnigen Wetter macht das richtig Spaß", sagt Gerlind Jeske. Seit vielen Jahren sind sie und ihre Schwester Sigrid Witt als Erntehelfer in Selow im Einsatz. Der Kartoffelroder gräbt die unterirdischen Knollen aus dem Ackerboden heraus. Ein Sieb befreit sie von Erde und Steinen. Es rattert den ganzen Tag. Schnell und gezielt sortieren die Saisonhelferinnen die Erdäpfel. Über das Förderband und den Ausleger gelangt die Ernte auf die vier Paletten des Traktorenhängers. "Eine Palette fasst 1,5 Tonnen Kartoffeln", erklärt Axel Wichmann, Geschäftsführer der Agrar-Genossenschaft.

Wetter verzögert den Wachstumsprozess

In den vergangenen Jahren fing die Ernte früher an. Der trockene und heiße Sommer habe dazu beigetragen, dass die Kartoffeln nicht wachsen konnten. "Das können die Kartoffeln nicht ab und dadurch fällt in diesem Jahr der Ertrag auch geringer aus", sagt Wichmann. Nach der Trockenheit folgte der Regen. Durch die anhaltenden Niederschläge waren die Felder schlecht zu befahren. "Die Witterung war nicht günstig zum Roden. Wir sind eine Woche im Verzug. Wenn das Wetter gut bleibt, kann man die Zeit wieder reinholen." Speise-, Industrie- und Vermehrungskartoffeln wachsen auf den Feldern der Agrar-Genossenschaft.

2009 betrug die Ernte knapp 4000 Tonnen. In diesem Jahr erwartet Wichmann Verluste. "Eine genaue Prognose kann ich noch nicht stellen, aber ich schätze, es werden maximal 3500 Tonnen", sagt der Landwirt. Durch den Minderertrag erhöhen sich die Preise.

Für die besonderen Witterungsverhältnisse spricht auch, dass einige Pflanzen in der vergangenen Woche noch geblüht haben. Das kommt sehr selten vor", sagt Axel Wichmann. Trotz des Zeitverlustes müssen bis zum ersten Frost die Kartoffeln gerodet sein. Deshalb nutzten die Erntehelfer jetzt auch jeden Sonnenstrahl, jede trockene Minute. Da bleiben sie bis zum Einbruch der Dunkelheit auf dem Feld. "Die Kälte kommt noch früh genug", sagt Sigrid Witt in einer kurzen Maschinenpause und lacht. Dann läuft das Fließband weiter.

Vom Feld gelangen die Kartoffeln in die Lagerhäuser. Die Speisekartoffeln mit Namen wie "Gala", "Adretta" oder "Salome" werden in Gaststätten schmackhaft verarbeitet. Fabriken nehmen die Stärkekartoffeln, und die Vermehrungskartoffeln überwintern in der Lagerhalle. "Die setzen wir im nächsten Jahr wieder ein und warten dann auf die nächste Ernte", sagt Geschäftsführer Axel Wichmann.

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