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Lokales

18. November 2017 | 07:44 Uhr

Später ans Ziel

vom

Fahrgäste zwischen Hamburg und Schwerin müssen ab März auf Ärger gefasst sein. Die Deutsche Bahn wechselt zehntausende brüchige Betonschwellen auf der ICE-Strecke Hamburg - Berlin. Während fast alle ICE für drei Monate umgeleitet werden, sollen RE-Züge sowie der IC aber planmäßig fahren. Einschränkungen gäbe es nur am Wochenende, heißt es.

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erstellt am 06.Feb.2009 | 12:05 Uhr

Noch deutet am Bahnhofsgelände in Pritzier nichts auf die Großbaustelle der Bahn hin. Keine Plakate, keine Aushänge, keine Absperrungen. 34 ICE-Züge rasen hier täglich an den Bahnsteigen vorbei. Ab März werden es nur noch zwei sein, einer am Morgen und einer am Abend. Die anderen ICE fahren bis Juni von Hamburg über Uelzen nach Berlin. In dieser Zeit ersetzt die Deutsche Bahn zehntausende defekte Betonschwellen im Schienennetz zwischen Berlin und Hamburg. Drei Monate sind dafür eingeplant. Einschränkungen werde es geben, so Sprecher Holger Bajohra von der Deutschen Bahn. "Aber die halten sich für den Hagenower Bereich in Grenzen. Denn wir bauen im Landkreis Ludwigslust nur eingleisig." So könne die Generallinie zwischen Hamburg und Hagenow ohne Schienenersatz weiter bedient werden. Die meisten RE-Züge zwischen Hamburg und Schwerin werden ebenso wie die IC-Züge planmäßig fahren. "In einzelnen Bauphasen kann es zu Fahrzeitverlängerungen kommen", so Bajohra. In Hagenow-Land zum Beispiel müsse phasenweise an den Wochenenden an den Gleisen gearbeitet werden. "Dann werden die RE-Züge zwischen Hagenow und Schwerin über Ludwigslust umgeleitet, womit sich die Fahrt um 20 Minuten verlängert." Hier könne es vorrübergehend abends auch mal zum Schienenersatzverkehr kommen, weil die Weichen in Hagenow-Land erneuert werden müssen.

Mitte der kommenden Woche werden die Zugbegleiter Broschüren in den betroffenen Zügen verteilen. Spätestens dann sollen auch an allen Bahnhöfen Aushänge über die bevorstehenden Änderungen informieren. Auf dem Bahnhof in Ludwigslust soll ein mobiler Service-Point eingerichtet werden, ein rollbarer Stehtisch mit W-Lan-Computer und Drucker. "Mit dem kann der Servicemitarbeiter an nahezu jeder beliebigen Stelle zwischen 6 und 20 Uhr für den Kundendienst eingesetzt werden", so der Bahnsprecher.

Die Bahnhöfe in Pritzier, Brahlstorf und Ludwigslust werden während der Bauphase zu Logistikstandorten. In Pritzier zum Beispiel mietet die Bahn eine große Fläche an, auf der Baumaterial, Schotter, Kies, Sand, Schwellen und Stahlprofile für die Schienen zwischengelagert werden.

Im April werden die Schnellumbauzüge der Deutschen Bahn das Hagenower Umland erreichen. "Wir arbeiten uns von Nauen in Richtung Hamburg voran", so Bajohra. Arbeitsschwerpunkt sei der Schwellenwechsel. Erst 2004 hatte die Bahn beim Ausbau der Strecke für eine Geschwindigkeit von 230 km/h teilweise neue Schwellen eingebaut. "Ein Großteil der vorhandenen Schwellen wurde aber weiter genutzt, weil man davon ausging, dass sie noch 25 Jahren halten würden", so Bahnsprecher Bajohra. Jetzt aber bröckeln die damals nicht ausgetauschten Schwellen, und die Bahn ist gezwungen wieder zu bauen. Außerplanmäßig und zum Ärger vieler Fahrgäste. Denn die Fahrtzeit des ICE verlängert sich um mindestens 30 Minuten auf über zwei Stunden.

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