Sozialhilfe nur noch in Ausnahmefällen

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06. April 2010, 09:42 Uhr

Parchim | Anfang 2009 lebten in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 9247 Menschen von der so genannten "laufenden Hilfe zum Lebensunterhalt". Auch wenn Hartz IV - auch bedingt durch die Wirtschaftskrise - nicht die erwünschte Wirkung auf dem Arbeitsmarkt erzielt hat, bewirkt die Reform auf jeden Fall eins: Die Zahl der Sozialhilfeempfänger ist verschwindend gering geworden. Zum Vorjahresbeginn - neuere Zahlen liegen nicht vor - lebten im Landkreis Parchim nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch 672 Männer und Frauen, die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt bezogen. Die meisten waren zwischen 18 und 64 Jahre alt und männlich.

Von den Sozialhilfeempfängern, die hier in und außerhalb von Einrichtungen laufende Hilfe zum Lebensunterhalt bezogen, waren 25 Kinder unter sieben Jahre alt, weitere 29 Kinder waren zwischen sieben und 18 Jahre alt. Zusammen machen sie rund acht Prozent der Betroffenen aus. Außerdem waren 167 Männer und Frauen 65 Jahre und älter. Dies waren 24,85 Prozent. Die überwiegende Mehrheit war also im Alter zwischen 18 und 64. Der Anteil der Frauen betrug 47 Prozent.

Seit fünf Jahren rückläufige Zahlen

Vor Hartz IV, also vor fünf Jahren, waren es im ganzen Land etwa knapp 70 000 Männer, Frauen und Kinder, die von Sozialhilfe lebten. Die Zahlen sind vor allem drastisch gesunken, weil jeder im erwerbsfähigen Alter zwischen 18 und unter 65 Jahre im Normalfall Arbeitslosengeld II bezieht, wenn er keinen Job hat. Sozialhilfe in Form von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt gibt es für diese Menschen nur noch in besonderen Fällen. Das sind beispielsweise Erwerbsunfähige auf Zeit, Vorruheständler mit niedriger Rente und längerfristig Erkrankte.

Verändert haben sich die Zahlen seit Ende 2005, also im Jahr der Einführung von Hartz IV. Seinerzeit lebten im Landkreis Parchim 808 Menschen von laufender Hilfe zum Lebensunterhalt. Im Jahr darauf sank die Zahl bereits auf 520. Im Jahr 2007 waren es dann 573 Bedürftige und im Vorjahr jene 672.

Außer der laufenden Hilfe zum Lebensunterhalt gibt es aber noch andere Arten von Sozialhilfe. Nämlich die "besonderen Sozialhilfeleistungen". Das sind Hilfen zur Gesundheit, Eingliederungshilfen für behinderte Menschen, Hilfe zur Pflege und Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten. Derartige Unterstützung erhielten laut Landesamt Landesamtes weitere 31 275 Menschen in Meckpomm.

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