Sozialfundus braucht dringend Möbel

Gabriele Riebe und Waltraud Klein sind Mitarbeiterinnen im Sozialfundus, der sich im Arbeitslosenzentrum befindet.
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Gabriele Riebe und Waltraud Klein sind Mitarbeiterinnen im Sozialfundus, der sich im Arbeitslosenzentrum befindet.

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25. September 2010, 01:57 Uhr

ludwigslust | Die Nachfrage nach Möbeln ist im Sozialfundus des Ludwigsluster Arbeitslosenzentrums "Uns Hüsung" momentan besonders hoch. Leiterin Renate Völckert führt das zum Teil auf den Ausbildungsbeginn zurück. "Viele junge Leute sind im Moment dabei, sich ein eigenes Zimmer einzurichten und benötigen preiswerte Möbel", sagt sie. Besonders fehlen Küchen, Waschmaschinen und Kühlschränke. Auch der Verbund der Sozialläden im Landkreis, im Juli gegründet, kann da im Moment nicht weiterhelfen - es ist schlicht überall das gleiche Problem.

Die großen Möbelteile werden in der Außenstelle des Sozialfundus, Clara-Zetkin-Straße 15, angeboten. Seit etwas über einem Jahr befindet sie sich in dem ehemaligen Möbelhaus, während der Fundus selbst schon auf eine achtjährige Geschichte zurück blickt. "Die Außenstelle in der Clara-Zetkin-Straße mit ihren fast 200 Quadratmetern ist von den Kunden gut angenommen worden", resümiert Renate Völckert. Überhaupt hat der Sozialfundus nichts von seiner Bedeutung verloren. "Im Gegenteil. In den letzten Monaten sind viele neue Kunden hinzugekommen", so die Beobachtung der Leiterin des Arbeitslosenzentrums, die die Entwicklung als erschreckend empfindet.

Dem großen Bedarf gegenüber steht die enge personelle Besetzung des Fundus. Fünf geförderte Stellen stehen zur Verfügung, die Leiterin selbst arbeitet oft eine halbe Schicht mit. "Wir sind dankbar für jede Unterstützung, für die Bereitstellung von Möbeln, bitten aber um Verständnis, dass wir nicht immer sofort reagieren können", so Renate Völckert. Die Mitarbeiter Michael Braun und Frank Pannwitt haben nur ein Auto, mit dem sie die Möbel von den Spendern abholen. "Was sie leisten, ist bemerkenswert. Jeder Arbeitgeber könte sich glücklich schätzen, solche Mitarbeiter in seinen Reihen zu haben", ergänzt Renate Völckert und nennt Ruhe, Umgänglichkeit und Fleiß als hervorstechende Eigenschaften der beiden.

Kleinteile laufen im Gegensatz zu den großen Möbelstücken hingegen gut. Täglich bringen Bürger Spenden zum Sozialfundus. Höchstens ein oder zwei Tage sind es im Monat, an denen nichts zur Weitergabe angeboten wird. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass der Fundus täglich ab 9 Uhr geöffnet ist. 450 Bürger kommen pro Monat ins "Uns Hüsung", um zu geben oder etwas zu kaufen. Zählte man die Zahl derer hinzu, die vorbei kommen, weil sie sich nur umschauen möchten, wäre die Zahl noch um ein Viertel höher. Bei der Eröffnung des Sozialfundus 2002 waren es 142 Bürger pro Monat.

Dabei geht nicht immer alles reibungslos zu. So bitten die Mitarbeiter um Verständnis, dass beschädigte Sachen nicht mitgenommen werden können. Die Kosten für die Entsorgung müsste das Arbeitslosenzentrum tragen, wozu die Einrichtung nicht in der Lage ist.

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