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Lokales

17. August 2017 | 05:35 Uhr

Souvenir an Korea-Spiel vor 44 Jahren

vom

güstrow | Ganz tief in Erinnerungen und alten Souvenirs kramte Horst Serwitzki aus Parchim, als er in der SVZ (23. Juni) die Reminiszenz an den Auftritt der nordkoreanischen Auswahl im Vorfeld der Fußball-WM 1966 in Güstrow las. Zu seinen Erinnerungen gehört, dass der Parchimer das genannte Resultat jenes Freundschaftsspiels gegen Hansa Rostock korrigieren kann. Als Augenzeuge des Spiels an der Güstrower Sportschule, das der bekannte Wusterhausener Schiedsrichter Klaus Scheurell geleitet habe, schreibt er: "Sportfreund Drews irrt, wenn er das Ergebnis mit 1:1 angibt. Das Spiel endete 3:3. Hansa, ohne seine Nationalspieler antretend, ging damals dreimal in Führung. Die Koreaner haben aber jedesmal im Gegenzug den Ausgleich geschossen." Er war damals der Meinung, die Koreaner hätten gewinnen können, aber wohl ihr wahres Leistungsvermögen nicht zeigen wollen. "Insofern war ihre Vorstellung bei der Weltmeisterschaft für mich gar nicht so überraschend." Nordkorea erreichte seinerzeit, bei damals nur 16 Teilnehmern der Endrunde, sensationell das Viertelfinale, schaltete u.a. Italien mit einem 1:0-Sieg aus. Erst gegen Portugal war mit einem 3:5 Endstation, nachdem die Koreaner schon 3:0 geführt hatten.

Gemeinsamer Liedernachmittag mit den Gästen aus Asien

Den heutigen Rentner aus Parchim verbinden sich mit dem Trainingslager der Nordkoreaner in der Güstrower Sportschule zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft angenehme Erinnerungen. Er selbst sei als Radsportler an der Sportschule zu einem DTSB-Lehrgang (Deutscher Turn- und Sportbund) gewesen. "Die schliefen in der Etage über uns." Jenes Trainingsspiel sei in der Tat nicht öffentlich gewesen, an eine Geheimniskrämerei könne er sich jedoch nicht erinnern, berichtet Horst Serwitzki. Sie hätten durchaus Kontakte zu den Gästen aus Asien gehabt, sei es beim Mittagessen oder sogar bei einem gemeinsamen Liedernachmittag. "Das war eine ganz lustige Sache." Und von noch einem Trainingsspiel berichtet unser heute 70-jähriger Leser: Dynamo Schwerin habe 2:4 gegen die Nordkoreaner verloren.

Schließlich gehörte zur Post von Horst Serwitzki an die SVZ noch ein Erinnerungsblatt, das der nordkoreanische Fußballverband zur WM 1966 in England als Werbung für seine Mannschaft herausgab. In den Nationalfarben rot, blau und weiß gehalten, zeugen die Schwarz-Weiß-Bilder von einer fernen Zeit, aber doch nahen Gegenwart in der Koranischen Volksdemokratischen Republik (KVDR). In Reih und Glied sind die 22 Spieler des WM-Aufgebots abgebildet, dazu vier Offizielle. Auf dem Mannschaftsfoto mit Medaillen und Pokal, offenbar nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM, huscht nur ganz selten mal der Hauch eines Lächelns über ein Gesicht. Sehr merkwürdig auch die Fotos vom prall gefüllten Stadion in Pjöngjang, davor ein riesiger Parkplatz, nur halb gefüllt mit offenbar russischen "Pobjeda"-Karossen und Armee-Jeeps.

Anstecknadel für die Güstrower Sportschule

Seinem Brief an die SVZ hat unser Leser eine Anstecknadel des Nordkoreanischen Fußballverbandes beigelegt, die ihm als Souvenir überreicht worden war. "Nachdem ich dieses Material 44 Jahre aufbewahrt habe, denke ich, dass es doch besser in andere Hände gehört", schreibt Horst Serwitzki und übergibt es der SVZ zur sinnvollen Verwendung. Dafür, so scheint es uns, wäre in der Güstrower Sportschule wohl der geeignetste Platz. Leiter Detlef Müller, überrascht über den unverhofften Zugang: "Da freue ich mich. Das wird sicher in unserem Traditionskabinett einen guten Platz finden."

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erstellt am 02.Aug.2010 | 10:03 Uhr

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