Sortierung jetzt in 2,5 Schichten

Holger Schuldt von der Wittenberger Sortieranlage kontrolliert die Kunststoffarten trennung, die vollautomatisch läuft.Petra Ferch
Holger Schuldt von der Wittenberger Sortieranlage kontrolliert die Kunststoffarten trennung, die vollautomatisch läuft.Petra Ferch

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12. Januar 2010, 08:53 Uhr

Wittenberge | Zwar hat die Becker Umweltdienste GmbH bei der Ausschreibung der Leistungen des dualen Systems für die Erfassung der gelben Säcke den Zuschlag nicht erhalten. Der ging für den Zeitraum bis Ende 2011 an die Mitteldeutsche Logistik GmbH (MDL). Die sammelt seit Anfang Januar im vierzehntäglichen Rhythmus die Wertstoffsäcke ein. Doch Becker hat auf einem anderen Gebiet die Nase vorn, nämlich bei der Sortierung. "Wir konnten wesentliche Teile gewinnen, unser Sortierpotenzial mehr als verdoppeln", erklärt Peter Wladacz, Geschäftsführer der Becker Umweltdienste.

Seit Januar werden in der Wittenberger Sortieranlage die gelben Säcke aus den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Barnim, Märkisch-Oderland, vom südbrandenburgischen Abfallzweckverband Region Jüterbog und Königs Wusterhausen sowie außerdem von der Stadt Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) angenommen und der Inhalt entsprechend sortiert. Jährlich mache das 13 000 bis 14 000 Tonnen aus. "Für diese Menge reichte unser bisheriger Einschichtbetrieb nicht mehr aus. Wir haben auf 2,5 Schichten umgestellt, zwei am Tage und eine verkürzte Nachtschicht", beschreibt Wladacz den neuen Produktionsablauf. Damit sei die Sortieranlage aber auch fast an ihren Kapazitätsgrenzen gelangt.

Für das Wittenberger Unternehmen aber ein wichtiger Ausschreibungserfolg, denn es geht nicht nur um den Umsatz, es konnten vor allem Arbeitsplätze gesichert werden, alle bereits im vergangenen Jahr ausgesprochenen Kündigungen zurück genommen werden. Das komplette Stammpersonal sei wieder im Einsatz, freut sich der Geschäftsführer. Unterstützung erhalte Becker zudem mit Personal vom CJD Prignitz. "Sie werden für drei Jahre in der Sortierung mitarbeiten, denn so lange läuft auch der neue Vertrag", so Wladacz. "Wir haben in der Vergangenheit schon mit dem CJD zusammengearbeitet, die Mitarbeiter kennen die Abläufe ebenso gut wie unsere Kollegen."

Diese Mitarbeit läuft über die Arbeitnehmerüberlassung des CJD Prignitz, erklärt dessen Geschäftsführer Lutz Behrendt. "Wir haben einen Pool von Leuten, die längere Zeit ohne Job waren und für diese Arbeitnehmerüberlassung von uns eingestellt wurden zu dem entsprechenden Tarif", so Behrendt. Diese Frauen und Männer würden dann auf vertraglicher Basis an Unternehmen verliehen.

Es handele es sich dabei zumeist um Einsätze in Spitzenzeiten oder aber um Tätigkeiten im Helferbereich, wenn man beispielsweise ungelernte Arbeitskräfte benötige. "Becker gehört zu den Unternehmen, mit denen wir schon seit Jahren zusammen arbeiten", macht Behrendt deutlich. Der jetzige Vertrag schließe also da an.

Bei Becker selbst hat sich in der Wittenberger Sortieranlage inzwischen aber auch einiges verändert. Handarbeit, wie sie früher noch an der Tagesordnung war, gebe es heute nur noch im geringen Umfang. "Im Rahmen der Ausschreibung haben wir unsere Anlage im Oktober und November vergangenen Jahres modernisiert, auf automatische Sortierung umgestellt, um auch die geforderten Qualitätskriterien zu erfüllen", erklärt Becker-Geschäftsführer Wladacz.

Mit dem Dreijahresvertrag für die Sortierung der gelben Säcke und der Müllerfassung im gesamten Landkreis im Auftrag der Tönsmeier Entsorgungs GmbH in den nächsten sechs Jahren sieht Wladacz den Bestand von Becker Umweltdienste mittelfristig gesichert.

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