Sonnenglut verdirbt den Landwirten eine gute Ernte

<strong>So  </strong><strong>wie  </strong><strong>hier </strong>- nahe  der  Autobahn 24  - sieht  es gegenwärtig  auf  vielen  Maisfeldern  in der Region  aus.<foto>Brunhilde  Schmidt</foto>
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So wie hier - nahe der Autobahn 24 - sieht es gegenwärtig auf vielen Maisfeldern in der Region aus.Brunhilde Schmidt

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21. Juli 2010, 07:17 Uhr

Hagenow | Der Mais wird gelb - nicht die gewünschten Kolben - die Blätter. "Das ist ein schlimmes Zeichen", so Harald Elgeti, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Ludwigslust gegenüber unserer Redaktion. Auf bis zu 22000 Hektar wurde im Kreis Mais angebaut. Die Pflanzen können nicht wachsen, es ist zu trocken und zu heiß. Einige Bestände sind schon abgestorben. Der Schaden ist noch nicht absehbar, so Harald Elgeti. Der Mais fehlt als Futter und für die vielen Biogasanlagen in der Region. Selbst wenn jetzt noch Regen kommen würde, der hilft kaum noch. Die Pflanzen sind stark geschädigt, sie sind schwach und anfällig für den Beulenbrand.

Erträge bei der Wintergerste sind gut

Aber nicht nur beim Mais gibt es Probleme, so der Geschäftsführer. Auch das Getreide macht große Sorgen. Auf etwa 45 000 Hektar wurde es im Landkreis angebaut. Die Ernte der Wintergerste auf etwa 9000 Hektar ist fast abgeschlossen. Dort sind die Erträge gut und die Qualität ist sehr gut. Die Vegetation hat für die Wintergerste noch gestimmt. Hier hat es also keine Ausfälle gegeben.


Qualitätsprobleme bei anderen Getreidesorten

Ganz anders sieht es dagegen bei den Triticale aus und dem Roggen, er wurde auf 18 000 Hektar ausgesät, ebenso beim Weizen, davon gibt es in diesem Jahr 11 000 Hektar. "Hier haben wir in diesem Jahr ein richtiges Qualitätsproblem. Wir werden eine schlechte Ernte einfahren", so der Geschäftsführer. Das Getreide wird notreif und muss in Kürze vom Feld. Die Körner sind viel zu klein.

Von dem Problem ist der gesamte Landkreis betroffen. Die extreme Hitze und der fehlende Regen haben überall Schäden angerichtet. Auch beim Grünland gibt es erhebliche Probleme. Der Landkreis hat 32 000 Hektar Wiesen.

Auf insgesamt 3000 Hektar wurden Kartoffeln angebaut. Gut dran sind hier die Landwirte, die eine Beregnungsanlage haben. Der finanzielle Aufwand für die Beregnung von Feldern sei zwar relativ hoch, so Harald Elgeti. Die Schäden durch die Ernteausfälle sind aber noch höher. Also rechnet es sich schon, eine Beregnungsanlage zu installieren und sie effektiv einzusetzen, so der Geschäftsführer.

Allerdings werde von vielen Landwirten das Wasser aus der Müritz-Elde-Wasserstraße entnommen. Die am dichtesten an der Müritz dran sind, nutzen natürlich das wertvolle Nass ausgiebig für sich. Dafür werden aber im weiteren Umfeld die Gräben immer trockener. Zum Beispiel kommt in Lübtheen schon gar kein Wasser mehr an, so die kritischen Worte des Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

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