Sonne verbrennt die Getreidefelder

svz.de von
06. Juli 2010, 08:48 Uhr

Sternberg/Gustävel | Anhaltende Trockenheit ist derzeit der Hauptfeind der Landwirte im Sternberger Seenland. Fast auf jedem Getreidefeld, insbesondere an Südhängen, haben sich bereits so genannte Brandstellen gebildet, Stellen an denen das Getreide bereits am Halm verdorrte.

An manchen Stellen seiner Weizenfelder befürchtet beispielsweise der stellvertretende Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Gustävel, Ralf Toparkus, einen hundertprozentigen Verlust, im Durchschnitt jedoch mindestens fünf bis zehnprozentige Ernteeinbußen. "Man kann jetzt täglich zusehen, wie uns das Geld wegbröselt", ärgert er sich. Ertragseinbußen vermutet Toparkus eigentlich bei allen Getreidearten, lediglich bei Gerste ist er noch etwas hoffnungsvoller. Gerste ist traditionell die erste Getreideart, die gedroschen wird. In Gustävel und in anderen Unternehmen beginnt die Ernte voraussichtlich in der dritten Juliwoche. "Wenn jetzt wirklich mal ein Gewitter kommen sollte, so hilft uns das nicht wirklich. Was wir benötigen, ist ein schöner Landregen mal über mehrere Tage", wünscht er.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Parchim, Dr. Lutz Reinhardt, bestätigt die Befürchtungen der Landwirte. "Die jüngste Hitzewelle kostet uns Qualität und Ertrag. Wir brauchen dringend Regen." Reinhardt sieht vor allem Gefahren bei leichten Standorten und Schlägen mit niedrigen Bodenwertzahlen ab 30 und darunter. Dort sei das Wasserhaltevermögen des Ackers am geringsten und das Getreide vertrockne. Stark betroffen seien beispielsweise die Regionen um den Plauer See, aber auch die Flächen um Suckow im Landkreis. Außer in Gustävel ist auch in anderen Unternehmen die Lage angespannt, besonders bei Grünfutter Mais und Kartoffeln haben die Bauern Sorgen um ihre Ernte.

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