Sonderschau mit Grafiken im Heimatmuseum geplant

<fettakgl>Im Archiv des</fettakgl> Heimatmuseums sichtet die Leiterin der Einrichtung Karin Wulf  einige der Grafiken, die zu der Spende von Horst Hillmer gehören.<fotos>Dietmar Kreiss</fotos>
Im Archiv des Heimatmuseums sichtet die Leiterin der Einrichtung Karin Wulf einige der Grafiken, die zu der Spende von Horst Hillmer gehören.Dietmar Kreiss

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16. Juli 2010, 01:57 Uhr

Boizenburg | Es gab einmal eine Zeit, in der kunstinteressierte Besucher im einstigen Kulturhaus "Kurt Bürger" ein ganz bestimmtes Ziel hatten. Sie wollten Werke bedeutender Grafiker der damaligen DDR sehen. Und diese präsentierte das "Kulti" als seinen Beitrag der bildenden Kunst beispielsweise mit Professor Arno Mohr aus Berlin und Werner Schinko aus Röbel. Eine ganze Menge Leute wissen mit Namen wie diesen etwas anzufangen, sagt Karin Wulf. Die Leiterin des Heimatmuseums weiß, dass der Maler und Grafiker Mohr vor allem durch seine reduktionistischen, den Alltag in Berlin beobachtenden Zeichnungen bekannt wurde und dass Schinko in der DDR zu den bedeutendsten Buchillustratoren gehörte.

Dass sie auch in Boizenburg ausstellten, war alles andere als ein Zufall. Von 1980 an öffneten bis 1990 im "Kurt Bürger" regelmäßig Galerien ihre Türen. In einem Jahrzehnt gab es hier beachtliche 85 Ausstellungen. Im Schnitt also acht pro Jahr. Das sei, wie Karin Wulf meint, schon eine sehr beachtliche Leistung gewesen. Maßgeblichen Anteil daran hat Horst Hillmer. Zu jener Zeit war er Justiziar der Fliesenwerke, die in ihrem "Kulti" den Boizenburgern und ihren Gästen neben Speis und Trank und Tanzvergnügen etwas Besonderes für die Seele bieten wollten.

Hillmer, der nun in der Nähe von Brandbeurg an der Havel lebt, zeichnete für die Organisation und Durchführung der Grafik-Ausstellungen hauptsächlich mit verantwortlich. Für viele war er einfach nur ihr "Macher". Nicht nur dies, wie sich zeigen sollte. Karin Wulf fügt mit leidenschaftlicher Dokumentarist eine weitere Eigenschaft hinzu.

So habe Hillmer diesbezüglich all das gesammelt, was es zu sammeln gab und aufbewahrt. Das offenbarte er jetzt mit einer sehr großzügigen Geste. Denn er machte seine Sammlung dem Boizenburger Heimatmuseum zum Geschenk, damit die Einrichtung auch diesen Teil der städtischen Geschichte am Leben erhalten kann. Karin Wulf hat mit dem ersten Sichten begonnen. Sie entdeckte unter vielen Arbeiten wie Grafiken und Plakate, auch Werke, die die Künstler eigens für ihre Ausstellung in Boizenburg in geringer Stückzahl anfertigten und von denen Hillmer jeweils ein Exemplar aufbewahrte sowie Briefwechsel, die mit den Künstlern geführt wurden.

Die Schenkung vergleicht Karin Wulf gern mit einer Schatztruhe, deren Inhalt nun ihrerseits sortiert und dokumentiert werden müsse, damit er als Sonderausstellung den Boizenburgern gezeigt werden könne. Die ersten Vorbereitungen dafür haben begonnen.

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