Sommerfest in Dersenow

Volleyballmatch zwischen Bewohnern und Gästen aus der Umgebung.  Fotos: Katja Frick
1 von 2
Volleyballmatch zwischen Bewohnern und Gästen aus der Umgebung. Fotos: Katja Frick

Auch in diesem Jahr luden Mitarbeiter und Bewohner der Kinder- und Jugendwohnungen des IB zu einem bunten Nachmittag

svz.de von
13. Juli 2015, 18:27 Uhr

Unter dem Motto „Fröhlich, bunt und aktiv“ lud Sebastian Schröder, Leiter der Kinder und Jugendwohnungen des Internationalen Bundes in Dersenow, zusammen mit seinen Mitarbeitern und den 24 Bewohnern am Freitag zum diesjährigen Sommerfest. Ganz entspannt konnten Gäste aus der Umgebung mit den Kindern und Jugendlichen der Einrichtung auf dem erst im letzten Jahr eingeweihten Beachvolleyballplatz spielen, sich von Mitarbeiten schminken oder mit Bratwurst und Getränken versorgen lassen.

„Wir haben verschiedene Partner, die uns schon seit Jahren bei unseren Sommerfesten unterstützen“, erklärte Sebastian Schröder im Gespräch. Da ist der Ferienhof Mayer aus Stixe, der jedes Jahr anreist, um Bewohnern und Besuchern das Reiten mit Pony und Pferd anzubieten. Der Ferienhof hat sich auf die Züchtung von aussterbenden Haustierrassen spezialisiert und ist einer der Partnerbetriebe des Biosphärenreservats Elbe. Außerdem bietet er geführtes Wanderreiten an. „Meistens fahren wir einmal im Jahr mit unseren Kids in den Ferien dorthin und machen da Urlaub“, erzählt Schröder.

Ein weiterer Partner ist eine Eventfirma aus Neustadt-Glewe, die jedes Jahr eine Hüpfburg aufbaut und eine Überraschung mitbringt. Diesmal war es eine Gladiatorenarena, in der sich Kampfwillige gegenseitig mit aufgeblasenen Gummikeulen verhauen konnten.

Die Motorradfahrer der Biker-Union Schwerin sind ebenfalls treue Partner, seit nunmehr schon fast 15 Jahren. Auch diesmal haben sie eine Delegation nach Dersenow geschickt. „Früher kannten wir die Kinder von klein auf und haben sie beim Aufwachsen begleitet“, sagte Biker Jens Görz, der seit 2006 hierher kommt. „Heute ist die Fluktuation so groß, heute kenne ich nur noch Marvin und Angelina. Aber wir kommen trotzdem.“

„Ja, die Jugendhilfearbeit hat sich verändert“, bestätigte Sebastian Schröder. „Heute wird eher versucht, die Kinder in den Familien zu belassen und ambulant zu betreuen.“ Dafür ist der Anteil der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge gestiegen, die nicht so lange bleiben. „Es ist schwieriger geworden, mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu kommen“, meint Biker Rudi, der seit 2004 Dersenow besucht. „Gerade die Kinder mit Migrationshintergrund haben da offensichtlich Ängste.“ Aber nach wie vor würde die Biker-Union die Bewohner und Mitarbeiter zur jährlichen Weihnachtsfeier nach Schwerin einladen.

Einer, den die Biker noch beim Aufwachsen begleitet haben, ist Sebastian. Er ist inzwischen 18, lebt jetzt in einer eigenen Wohnung in Boizenburg und war am Freitag nur zu Gast in Dersenow. „Ich bin mit 14 hierher gekommen, weil ich das wollte.“

Die größte Umstellung nach dem Auszug sei das Alleinsein gewesen. „Das hat Gutes und Schlechtes“, findet Sebastian. „Man hat seine Ruhe, ist aber auch einsam. Aber vor allem nervt einen endlich kein Erzieher mehr“, grinst er seinen Namensvetter Sebastian Schröder an. Der grinst zurück. „Sebastian war unser Mathegenie. Er sucht gerade eine Umschulung. Den Beruf des Fachlageristen, den er gelernt hat, kann er wegen seines Rückens nicht ausüben.“ „Ja, ich will lieber was mit dem Kopf machen“, ergänzt Sebastian.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen