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Lokales

18. Dezember 2017 | 15:55 Uhr

Soldatenschicksale in Schwerin klären

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2010 | 07:01 Uhr

Schwerin | 65 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrie ges suchen Vertreter des amerikanischen Verteidigungsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern nach Spuren vermisster US-Soldaten. Dabei setzen sie insbesondere auf die Unterstützung des Volksbundes Deutsche Kriegs gräberfür sorge. In Schwerin traf sich die Delegation des Defense Prisoner of War/Missing Per son nel Office mit Lieutenant Colonel Shawn Walters, Sergea nt Larry R. Layman und dem Historiker Dr. Da niel T. Lee deshalb jetzt mit dem Landesgeschäftsführer des Volksbundes, Karsten Richter.

"Unsere Mission hat hu manitären Charakter", erklärt Shawn Walters. "Im Inter esse der Hinterbliebenen wollen wir den Verbleib von abgeschos senen US-Pilo ten und Kriegsgefangenen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges aufklären." Ins ge samt zwei Wochen hält sich die Delegation in Europa auf, besucht außer Deutschland auch noch Polen, um neue Erkenntnisse zu ge winnen.

In Mecklenburg-Vorpommern interessieren sich Walters und seine beiden Kol legen vor allem für das Schicksal von zehn amerikanischen Fliegern, die am 20. Juni 1944 bei einem Luftangriff im Raum Rügen ums Leben gekommen sind. "Bei dem Gefecht sind auch deutsche Soldaten getötet worden", berichtet Karsten Richter. In den Listen des Volksbundes fänden sich sowohl deutsche als auch amerikanische Namen.

Seit 1919 widmet sich der Volksbund der Erfassung, Erhal tung und Pflege der Gräber deutscher Kriegstoter im Ausland. Darüber hinaus werden Angehörige in Fragen der Kriegsgräber fürsorge betreut, öffentliche und private Stellen beraten, die internationale Zusammenarbeit bei der Kriegs gräberfürsorge unterstützt. "Auch die Aufklärung von Soldatenschicksalen ist eine wichtige Aufgabe des Volksbundes", so der Landesgeschäftsführer.

Nach Angaben von Shawn Walters ist das Schicksal von rund 2000 US-Soldaten in Deutschland aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges nach wie vor ungeklärt. Auch Schweriner suchen 65 Jahre nach Kriegsende noch immer nach Vermissten. Allein aus der Landeshauptstadt hätten den Volksbund in den vergangenen Jahren etwa 100 Anfragen erreicht, so Karsten Richter.

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