Solarpark Baek: Für und Wider

<strong>Blick von der Kühneschen Terrasse:</strong> Vier Meter hinter dem Zaun soll der Solarpark mit den rund 2,50 Meter hohen Gestellen entstehen.<foto>Petra Ferch</foto>
Blick von der Kühneschen Terrasse: Vier Meter hinter dem Zaun soll der Solarpark mit den rund 2,50 Meter hohen Gestellen entstehen.Petra Ferch

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06. März 2013, 10:28 Uhr

Morgen haben die Gemeindevertreter von Groß Pankow (Prignitz) über die Schlussabwägung und den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan des Solarparks Baek zu befinden. Auf einer etwa 1,8 Hektar großen Fläche zwischen Hauptstraße, Bahndamm und Rosenweg möchte der mecklenburgische Ingenieur Udo Brummund Photovoltaikfelder installieren, ein Solarfeld errichten, mit ihm Sonnenenergie von einem Megawatt Leistung gewinnen. Das schaffe er nur, wenn er die Fläche - eine LPG-Brache mit alten Bauten, teilweise Ruinen - so weit wie möglich nutzen kann, die Anlage eine Höhe von rund 2,50 Metern hat.

Doch genau daran stößt sich Familie Kühne, denn "unser Grundstück wird damit regelrecht umbaut", macht Daniela Kühne geltend. Von Anfang an wehrten sich Kühnes, wollten einen Abstand der Anlage von 15 Metern zu ihrem Grundstück erreichen, schließlich müsse der Investor diesen Abstand auch zur Straße einhalten. Und die Solarfelder sollten nur eine Höhe von 1,50 Metern haben. "So hoch ist auch der große Solarpark an der B 189 in Perleberg nur", unterstreicht Daniela Kühne. Diese Einwände hätten sie immer wieder schriftlich und auch mündlich vorgebracht, hätten keine Gemeindevertreter- oder Ausschusssitzung ausgelassen, auf der das Thema behandelt wurde. Und sie luden die Gemeindevertreter ein, sich selbst ein Bild von ihrer Situation zu machen.

Jüngster Termin war am vergangenen Sonnabend. Zu denen, die dieser Einladung folgten, gehört Hans-Achim Baich, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeindevertretung von Groß Pankow (Prignitz). Dieser Ausschuss hatte auf seiner letzten Sitzung mehrheitlich grünes Licht für den Bebauungsplan gegeben. "Es ist schon etwas anderes, die Gegebenheiten persönlich zu sehen oder nur auf einem Bauplan", erklärte er auf "Prignitzer"-Nachfrage. Aus seiner Sicht sei der Blick vom Kühneschen Grundstück direkt auf den Solarpark unzumutbar. "Ich werde am Donnerstag vorschlagen, das zumindest auf einer bestimmten Länge ein Dichtzaun errichtet wird von rund zwei Metern Höhe." Der Investor habe zwar zugesichert, einen vier Meter breiten Grünstreifen anzulegen und eine entsprechende Hecke zu pflanzen, "doch das dauert Jahre, bis die wirklich Sichtschutz bietet", betont Baich. Er könne zudem der Familie nur raten, beispielsweise Fichten an der Grundstücksgrenze zu pflanzen. Die bräuchten zwar auch einige Zeit zum Wachsen, "aber dann hätten Kühnes für ewig Ruhe, sehen den Solarpark nicht mehr".

Ebenfalls am Sonnabend vor Ort war Petra Rogge, Gemeindevertreterin und gleichzeitig Ortsvorsteherin von Baek. "Ich kann die Familie ein Stück weit verstehen", räumt sie ein, ist aber auch der Meinung, dass der Zustand mit einer entsprechend hohen Bepflanzung erträglich sei.

Denn jetzt sei die Fläche ein Schandfleck am Dorfeingang, und ein Solarpark bringe zumindest keine Lärm-, Geruchs- oder Schmutzbelästigung mit sich. Sie habe auch keine weiteren negativen Reaktionen von Baekern auf dieses Vorhaben erhalten, erklärt die Ortsvorsteherin.

"Gegen eine Biogasanlage wäre ich bis Potsdam protestieren gefahren", macht Heike Schröder deutlich. Sie hat ein Grundstück im Rosenweg, das an den geplanten Solarpark grenzt. Auch Heike Schröder ist sich sicher, dass mit diesem Park ihr Grundstück an Wert verliert, aber andererseits ist sie froh, dass damit endlich Ordnung auf der Fläche geschaffen wird und die alten LPG-Ruinen vor ihrem Grundstück abgerissen werden. Sie räumt zwar ein, dass sie von den künftigen Solarfeldern nicht geblendet würde, sondern eher auf die Seitenteile der Gestelle blicke, doch mit entsprechender Bepflanzung könne man sich Sichtschutz schaffen.

Morgen Abend nun haben die Gemeindevertreter über den Solarpark zu entscheiden. Sollten sie gegen die Beschlüsse votieren, "dann gibt es kein Baurecht, hat die kreisliche Bauaufsicht keine Möglichkeit, die Baugenehmigung zu erteilen, zumindest nicht in der jetzt vorliegenden Form", bringt es Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski auf den Punkt.

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