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Lokales

17. Oktober 2017 | 11:45 Uhr

Solaranlagen fristen Schattendasein

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svz.de von
erstellt am 28.Apr.2011 | 06:15 Uhr

Prignitz | Die Prignitz ist deutschlandweit Spitzenreiter bei der Produktion von Strom aus regenerativen Quellen. 204 Prozent, bezogen auf den eigenen Energieverbrauch, werden im Kreis ökologisch erzeugt (wir berichteten). Während die Windkraft mit einer Leistung von 669 Megawatt aus 485 Anlagen (Stand 15. November 2010) den Löwenanteil ausmacht, fristen Biogas mit 12,6 Megawatt aus 31 Anlagen (Stand 31. März 2011) und Solaranlagen derzeit noch ein Schattendasein.

Bezogen auf die installierte Leistung pro Quadratkilometer Fläche liegt die Prignitz mit 5 Kilowatt ähnlich wie die Nachbarn Parchim (5 kW) und Ludwigslust (7 kW) abgeschlagen, Ostprignitz-Ruppin hat mit 2,7 kW den geringsten Wert in Deutschland. Im Bundesvergleich liegen Bayern (34 kW) und Baden-Württemberg (28 kW) vorn, Schlusslicht ist mit 6 kW Hamburg.

"Für Solaranlagen auf kommunalen und privaten Hausdächern haben wir keine konkreten Zahlen", sagt Edelgard Schimko, Geschäftsbereichsleiterin der Kreisverwaltung. "Die installierte Leistung beträgt rund acht Megawatt." Das Fehlen der Zahlen sei dadurch zu erklären, dass ins Dach integrierte Solarmodule genehmigungsfrei installiert werden könnten, gleiches gelte für aufgeständerte Anlagen bis zehn Quadratmeter Fläche.

"Bei Neubauten mit Solaranlagen sind diese zumeist im Bauplan enthalten und werden mit diesem genehmigt", so Schimko. Anders sehe das bei Freiflächenanlagen aus. "Dafür ist ein Bebauungsplan notwendig, die Kommunen haben dabei die Genehmigungshoheit." Derzeit gebe es nur eine genehmigte Anlage in Wittenberge-Nord mit rund zehn Hektar. "Darüber hinaus liegen im Kreis Anfragen über 290 Hektar vor, das entspricht einer Leistung von 70 Megawatt. Entschieden ist aber noch nichts, die Genehmigungsverfahren laufen."

Doch nicht nur bei privatwirtschaftlichen Investoren steigt das Interesse an der Sonnenenergie, auch Kommunen entdecken darin eine Einnahmequelle. "Wir haben Solaranlagen auf der Grundschule in Karstädt, der Kita Dallmin und der Veranstaltunghalle in Blüthen", informiert Karstädts Bauamtsleiter Bernd Lüdke. "Die Kommune ist Eigentümer der Anlagen und wir speisen gegen eine Vergütung den Strom ins Netz der Wemag ein, in Blüthen nutzen wir ihn auch für den Eigenbedarf." Die Wohnungsgenossenschaft Elbstrom in Wittenberge vermietet ihre Dachflächen für Solarzellen. "Seit 2008 können Investoren die Flächen gegen Gebühr nutzen", sagt WGE-Vorstandsmitglied Christine Hoppe.

Bei derzeit 28,74 Cent pro eingespeister Kilowattstunde für Solarstrom und hohen Investitionskosten erachtet Wolfram Köhler von der Energie Management Agentur Emma Photovoltaikanlagen für private Bauherren derzeit als weniger interessant. "Sonnenkollektoren, die zur Warmwassererzeugung genutzt werden, sind hier die bessere Alternative, vor allem vor dem Hintergrund steigender Gas- und Ölpreise. Aber auch die Kollektoren amortisieren sich erst nach durchschnittlich zehn Jahren."

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