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Mieterverein Lübz : So heizen Sie richtig und sparen Geld

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So langsam nimmt der November richtig Fahrt auf und treibt die Temperaturen in den Keller. Jetzt schmeißen auch die letzten Hartgesotteten die Heizkörper an, um es in Stube, Schlafzimmer und Bad kuschelig warm zu haben.

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erstellt am 26.Nov.2013 | 11:10 Uhr

So langsam nimmt der November richtig Fahrt auf und treibt die Temperaturen in den Keller. Jetzt schmeißen auch die letzten Hartgesotteten die Heizkörper an, um es in Stube, Schlafzimmer und Bad kuschelig warm zu haben. Weil die Kosten dafür in den vergangenen Jahren in galaktische Höhen geschossen sind, sind Tipps und Tricks für effizientes und sparsames Heizen umso wichtiger denn je.

Holger Lau und Barbara Rohrbeck vom Mietverein Parchim-Lübz und Umgebung e.V. des Deutschen Mieterbundes klären über falsches Heizungswissen auf und informieren, wie es richtig geht.

Nicht zuhaus - Heizung aus: Erst nach der Arbeit die Räume aufzuwärmen spart Geld

"In der Übergangszeit mag das bei Temperaturen um 15 oder 16 Grad Celcius noch funktionieren, aber im Winter definitiv nicht", sagt die Geschäftsführerin des Mietvereins, Barbara Rohrbeck. Bei geringen Außentemperaturen kühle die Wohnung zu sehr ab und abends braucht es dann mehr Energie, die Räume wieder auf die Wohlfühltemperatur zu bekommen, erklärt sie. Studien haben gezeigt, dass es kostengünstiger ist, das Thermostat nur leicht her unterzudrehen.

Damit es schneller warm wird, die Heizung immer voll aufdrehen

Wird der Thermostat einer Heizung ganz aufdreht, wird nicht schneller geheizt, sondern nur mehr. In großen Räumen mit zu kleinen Heizkörper kann das von Vorteil sein: "In diesen Fällen ist es ratsam, die Heizung voll aufzudrehen", sagt Barbara Rohrbeck. Eine pauschale Lösung wäre das aber nicht, meinen die Experten. Die Zahlen von 1 bis 5 auf dem Regler geben lediglich ungefähr die gewünschte Raumtemperatur an, variieren jedoch bei den verschiedenen Heizsystemen und -körpern.

Lüften nur mit angekippten Fenstern, damit nicht zu viel Wärme entflieht

"Totaler Quatsch", sagt Holger Lau. Mit angekippten Fenstern kann kein ausreichender Luftaustausch stattfinden, erklärt er. Trockene, kalte Winterluft kann besonders viel Feuchtigkeit aufnehmen und erwärmt sich schneller als die alte stickige Luft. Täglich vier bis fünfmal - falls möglich und sich viele Personen tagsüber in der Wohnung aufhalten - fünf bis sechs Minuten stoßlüften.

Stoßlüften reicht!

Auch nur eine Halbwahrheit, denn die Profis raten zum Querlüften. "Kurzzeitigen Durchzug schaffen, nebeneinander und gegenüberliegende Fenster gleichzeitig öffnen." Die Heizung verbrauche dann weniger Energie, die neue Frischluft zu erwärmen, als die alte warmzuhalten.

Während des Querlüftens Konsequent die Heizung abdrehen

Hier gehen die Fachmeinungen auseinander. "Ich persönlich drehe beim Lüften die Heizung kurzzeitig ab", gesteht die Geschäftsführerin. Allerdings sehen andere Fachmänner dafür keinen Grund. "Sie meinen, beim kurzen Lüften gehe nicht so viel Energie verloren, dass das die Nebenkosten in die Höhe treibe", erklärt sie. Aber: Vergisst man, die Fenster rechtzeitig zu schließen, dann heize man tatsächlich für draußen. Auf Nummer sicher gehen und Ventile abdrehen.

Regelmäßiges Heizkörper- Entlüften spart BARES Geld

Jein. Wer entlüftet, sorgt dafür, dass sich die Heizung gleichmäßig erwärmt. Das spart Geld. "Müssen Sie aber jede Woche die Heizkörper entlüften, weil sie gluckern oder nicht warm werden, weist das auf einen Mangel hin", sagt Holger Lau. Er empfiehlt, sich dann an den Vermieter zu wenden.

Nachts das Heizventil auf Sternchen drehen

"Null bedeutet, die Heizung komplett auszuschalten. Sternchen hingegen sorgt dafür, dass die Heizkörper bei starken Minustemperaturen nicht einfrieren", beschreiben die Kollegen des Mietvereins Parchim-Lübz den Unterschied. "Allerdings verhält es sich hier, wie mit dem Verlassen des Hauses", warnt Barbara Rohrbeck. Bei ausgeschalteter Heizung in der Nacht, sei am nächsten Morgen zum Aufwärmen der Räume viel mehr Energie notwendig. Deswegen: Heizung aus - nein. Runterdrehen - ja.

Rollläden und Jalousien helfen Energie sparen

"Wer bei Anbruch der Dunkelheit seine Fenster verdunkelt, kann durchaus seine Kosten senken", verrät Barbara Rohrbeck. Heizkörper seien meist unter Fenstern angebracht. Rollläden und Jalousien gäben zusätzlichen Wärme widerstand. Bei Gardinen darauf achten, dass diese nicht die Heizung ver decken. Wärmepolster könnten entstehen, die die Luftzirkulation im Raum verhindern. Gilt auch bei Möbeln.

Ein Grad geringere Raumtemperatur spart sechs Prozent Energiekosten

Darin sind sich viele Wohnexperten einig. "Das hängt aber im Endeffekt von der Wohlfühltemperatur ab", meinen die Lübzer Berater. Ältere Leute und kleine Kinder haben es generell gerne etwas wärmer. Optimal liegen die Temperaturen für Wohnräume bei 20 bis 22 Grad Celsius, in Küche und Schlafzimmer sind 18 Grad angemessen, im Bad maximal 23 Grad Celsius. Verringern Sie die Raumtemperatur also um vier Grad, sparen Sie bis zu 25 Prozent der Heizkosten.

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