Streit zwischen Landkreis und Betreiber : Skihalle: Eröffnung verzögert sich weiter

Alpincenter Wittenberg
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Alpincenter Wittenberg

Das Alpincenter sollte spätestens im Juni wieder öffnen. Doch es wird wohl länger dauern. Landkreis und Betreiber streiten um die geplante Reparatur. Die Skihalle ist wegen statischer Probleme seit einem Jahr gesperrt.

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23. Mai 2011, 06:26 Uhr

Wittenburg | Offiziell ist geöffnet, das Hotel sowieso aber auch im Foyer der Halle ist eine Gaststätte auf. Dann kommen die Zäune, das große Panoramafenster zur Skihalle ist verhängt. Wer ausnahmsweise dicht an die Scheibe geführt wird, erkennt im fahlen Halbdunkel einige Hubwagen, die in Stellung gebracht wurden, dazu ein paar Absperrungen. Die 15000 Tonnen Schnee, die bei minus zwei Grad hier noch immer lagern, sind an der Oberfläche grau geworden. Eine fast gespenstische Atmosphäre, draußen wie drinnen.

In Büros auf der Rückseite der Halle geht es umso aufgeregter zu. "Wir warten auf ein ,Go vom Kreis, doch das kommt nicht. Noch schlimmer ist, dass wir auch keinen Zeitplan haben, wann wir die endgültige Genehmigung zur Reparatur bekommen", beschreibt van-der Valk-Sprecher Volker Wünsche die Lage. Aufmachen, so schnell und so sicher wie möglich, das ist das Ziel der Betreiber. Denn jeder Tag, an dem die Skihalle zu bleibt kostet viel Geld und ein weiteres Stück Vertrauen. Nicht nur in Wittenburg lassen sich inzwischen viele finden, die darauf wetten, dass die Halle nie wieder aufmachen wird. "Falsch" kontert Wünsche, "sonst hätten wir doch nicht gekauft."

Immerhin ist wohl inzwischen klar, wie repariert werden soll. Zum einen gibt es da den Stahlbau, der von der renommierten Firma "Butzkies" übernommen wird. In drei Achsen der Halle werden da Teile ausgetauscht, Pfeiler entlastet, Verstärkungen angebracht. Allein für diesen Teil müssen mehr als 3000 Löcher gebohrt werden. Und es gibt den Sanierungsteil im Boden, der zum Teil durch Heizungsröhren langsam wieder aufgetaut werden sollen. Das alles hat Auswirkungen auf die Statik und muss von einem Fachmann geprüft werden. Mit dem Arbeitstempo des Statikers, der vom Landkreis bestellt wird, sind die Betreiber mehr als unzufrieden. Der zuständige Fachdienstleiter Andreas Wißuwa zieht sich diesen Schuh nicht an. "Das ist kein regulärer Bau, das muss sorgfältig in seiner Gesamtheit geprüft werden. Und das lässt sich in 14 Tagen nicht erledigen." Dennoch hätte es die van-der-Valk-Gruppe insgesamt gern etwas schneller. Nicht nur Einnahmen gehen verloren, es wird auch immer schwerer, die Kollegen, die seit Monaten mit Kurzarbeit zu Hause sitzen, bei der Stange zu halten. Viele glauben den Versprechungen schon nicht mehr.

Die nächste Gelegenheit, für Klarheit in Sachen Zukunft der Skihalle zu sorgen, gibt es am 30. Mai, wenn der regionale Tourismusverband im Alpincenter groß seinen 20. Geburtstag feiert, direkt neben der dunklen, kalten Halle.

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