ADAC testet mehrere Kreuzfahrtschiffe : Siegerlächeln bei Aida

<strong>Die 'Aida Diva'</strong> erhielt beim ADAC-Test ein 'Sehr gut'. <foto>dpa</foto>
Die "Aida Diva" erhielt beim ADAC-Test ein "Sehr gut". dpa

Ein halbes Jahr nach der Havarie der „Costa Concordia“ nahm der ADAC zehn Ozeanriesen unter die Lupe. Den Schiffen wurde ein guter Zustand attestiert. Die Rostocker Aida Cruises erreichte sogar die Note „sehr gut“.

svz.de von
24. Juli 2012, 07:34 Uhr

München/Rostock | Kreuzfahrtschiffe haben nach einer ADAC-Stichprobe Nachholbedarf beim Sicherheitsmanagement. Ein halbes Jahr nach der Havarie der "Costa Concordia" nahm der Autoclub zehn Ozeanriesen unter die Lupe. Die Hälfte dieser Schiffe habe per Ausnahmegenehmigung wasserdichte Türen unterhalb der Wasserlinie auf See offen lassen dürfen - darin sahen die Tester das größte Problem und "ein nicht zu unterschätzendes Risiko". Offene Schotten könnten "schwerwiegende Folgen haben, wenn etwa ein Schiff leckschlägt, Wasser eintritt und sich schnell und unkontrolliert im Rumpf ausbreitet", hieß es.

Insgesamt attestierte der Autoclub den Kreuzfahrtschiffen aber einen guten oder sogar sehr guten Zustand. Zwei Schiffe des deutschen Branchenführers Aida Cruises mit Sitz in Rostock schnitten als Tabellenerster ab. Die "Aida Bella" und die "Aida Diva" erhielten als einzige Schiffe ein "sehr gut". Der ADAC-Test bestätige die hohen Sicherheitsstandards an Bord der Flotte, sagte Aida-Präsident Michael Ungerer. Dass alle getesteten Schiffe ein gutes Ergebnis erzielten, sei ein Zeichen für den hohen Sicherheitsstandard in der Kreuzfahrtindus trie.

Bei den zehn Schiffen gab es laut ADAC moderne Sicherheits-, Rettungs- und Brandschutzeinrichtungen. Die Besatzung sei meist professionell gewesen. Allerdings beanstandeten die Tester auf den Schiffen "Norwegian Epic", "MSC Fantasia", "Navigator of the Seas", "MSC Splendida" die Seenotrettungsübungen. Teils seien sie zu oberflächlich gewesen oder es seien nicht alle Passagiere zusammengerufen worden.

Das größte Problem sah der ADAC unterhalb der Wasserlinie: Die "Adventure of the Seas", "Norwegian Epic", "MSC Fantasia", "MSC Orchestra" und die "MSC Splendida" hätten Ausnahmegenehmigungen ihrer Flaggenstaaten gehabt. Damit durften die wasserdichten Türen im Schiffsinneren auf See offen bleiben, um Arbeitsabläufe zum Beispiel in der Wäscherei oder in den Lagerräumen zu erleichtern.

Getestet wurden auch zwei Schiffe der Genueser Reederei Costa Crociere, zu der die am 13. Januar havarierte "Costa Concordia" gehörte. Die "Costa Fascinosa" schnitt bei allen Testpunkten "gut" oder "sehr gut" ab - auch beim Sicherheitsmanagement.

Bei dem 4880 Personen fassenden Luxusliner "Costa Serena" sei die Zusammenarbeit verweigert worden, hieß es beim ADAC. Die Reederei teilte dazu mit, es sei zu Missverständnissen gekommen, die Costa bedauere. "Der ADAC ist jederzeit willkommen an Bord."

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