Siegerin kam vom Meeresgrund

Lara Schäfer turnte den Traum einer Meerjungfrau so überzeugend, dass sie die Realität wenig später aufs Siegerpodest holte.<FotosRechts> Bianka Boock</FotosRechts>
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Lara Schäfer turnte den Traum einer Meerjungfrau so überzeugend, dass sie die Realität wenig später aufs Siegerpodest holte. Bianka Boock

Der Traum einer kleinen Meerjungfrau ist beim 5. Kinderzirkusfestival auf dem Elefantenhof in Platschow in Erfüllung gegangen. Denn als sich Nachwuchsartisten aus Nah und Fern dem einmal im Jahr stattfindenden Wettbewerb im Zirkusrund stellten, schlüpfte Lara Schäfer aus Schwerin in das Kostüm einer Nixe.

svz.de von
02. September 2009, 01:57 Uhr

Platschow | Lara Schäfer entstieg einer prächtigen Muschel, um zu zeigen, welch akrobatische Spitzenleistungen sie vollführen könnte, wenn sie anstelle der Schwanzflosse Beine hätte. Damit beeindruckte die Siebenjährige nicht nur das Publikum, sondern auch die Jury, die ihr das zweite Jahr in Folge den Siegerpokal zuerkannte. Dabei war es für die Juroren gar nicht so einfach, bei der Vielseitigkeit der 26 Teilnehmer eine Auswahl zu treffen, wie Jurymitglied Peter Friedrich erklärte.

Zum Glück gab es für jeden Teilnehmer eine Urkunde und eine Freikarte für das Kürbisfest am 12. und 13. September. Alle hatten nämlich großen Mut bewiesen. Einige nahmen sogar weite Anfahrtswege in Kauf, beispielsweise die Zweitplatzierten. Juliane und Antonia Heise aus Halle vereinten beim Turnen Kraft und höchste Sensibilität. Der Drittplatzierte, Enrico Düde, kombinierte eine Hula-Hoop-Darbietung mit Jonglage, und die Viertplatzierten waren ebenfalls aus Sachsen-Anhalt angereist. Eugen Ruft und Alexander Bendix aus Memleben bewiesen meisterhaftes Können als Jongleure. Ob auf der Wippe oder mit verbundenen Augen - sie schienen den sechsten Sinn zu haben. So war es auch nicht verwunderlich, dass die beiden obendrein einen zweiten Pokal bekamen - nämlich den vom Zirkus "Voyage" gestifteten Sonderpokal. Ebenfalls zwei Trophäen ergatterte Marlon Kröplin. Er bekam zu Recht den wohl stärksten Beifall für seine besondere Beziehung, die er zu seinem Huhn Tweety aufgebaut hat. Das Federtier sprang gehorsam von Podest zu Podest, flog durch einen Reifen, lief über die "Golden-Gate-Bridge" und über eine Wippe. So überreichte Claus Kröplin, Vorsitzender des Verbandes der Tierlehrer, seinem Enkel nicht nur den vom Verband gestifteten Sonderpokal, sondern ernannte den Elfjährigen stolz zum "jüngsten Tierlehrer im Verband". Die Firma "Fair Play" aus Wittenberge hatte eigens für Marlon einen Pokal in Form eines Huhnes angefertigt. Lothar Chall, Vorsitzender der Gesellschaft der Zirkusfreunde, Sektion Mecklenburg-Vorpommern, konnte den von seiner Institution gestifteten Pokal an einen wahrhaft heißen Nachwuchsartisten überreichen: Krystian Fabien alias Bobo. Der 15-Jährige bezwang nicht nur Scherbenhaufen und Nagelbrett, sondern gab ein erfolgreiches Manegen-Debüt als Feuerschlucker und Feuerspucker. Die Pokale für besondere Leistungen bekamen Laura, Jette, Anja und Fadi. Letzterer gehörte zu den eindeutigen Publikumslieblingen. Denn der kleine Schweriner, der am Sonntag seinen vierten Geburtstag feierte, war gleich mehrmals in der Manege zu sehen. Peter Friedrich stellte fest: "Der könnte mal Bundeskanzler werden."

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