Sieben Ärzte als eine Gemeinschaft

Die sieben Gesellschafter der MVZ Dreiländereck GmbH Andrea Staeger (Fachärztin für Neurologie), Dr. med. Michael Paasch (Allgemeinmedizin/Betriebsmedizin sowie Ärztlicher Leiter des MVZ), Dr. med Olaf Pichotka (Zahnarzt), Dr. med Catrin Pichotka (FA für Allgemeinmedizin/Ernährungsmedizin), Dr. med. Dagmar Paasch (FA für innere Medizin, Schwerpunktpraxis für Diabetologie), Dr. med. Iris Schmidt (Hausärztin, tätige FA für innere Medizin) und Dipl.Med. Uwe Stein (FA für Chirurgie) mit ihrem Geschäftsführer Karl Wenkel (v.l.).MVZ
Die sieben Gesellschafter der MVZ Dreiländereck GmbH Andrea Staeger (Fachärztin für Neurologie), Dr. med. Michael Paasch (Allgemeinmedizin/Betriebsmedizin sowie Ärztlicher Leiter des MVZ), Dr. med Olaf Pichotka (Zahnarzt), Dr. med Catrin Pichotka (FA für Allgemeinmedizin/Ernährungsmedizin), Dr. med. Dagmar Paasch (FA für innere Medizin, Schwerpunktpraxis für Diabetologie), Dr. med. Iris Schmidt (Hausärztin, tätige FA für innere Medizin) und Dipl.Med. Uwe Stein (FA für Chirurgie) mit ihrem Geschäftsführer Karl Wenkel (v.l.).MVZ

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17. Juli 2010, 01:57 Uhr

Boizenburg | In Boizenburg gibt es eine neue GmbH. "MVZ Dreiländereck GmbH" ist der Name, unter dem vor wenigen Tagen die Eintragung im Handelsregister erfolgte. Wie es in einer kurzen Erklärung heißt, haben sich zur Verbesserung der medizinischen Versorgung sieben Ärzte zusammengeschlossen. Dietmar Kreiß sprach mit dem Allgemeinmediziner, Dr. Michael Paasch, der seines Zeichens auch Leiter des Qualitätszirkels Boizenburg ist, über das neue Medizinische Versorgungszentrum.

Herr Paasch, Sie sind der Ärztliche Leiter des MVZ Dreiländereck. Beschreiten die Boizenburger mit dessen Gründung Neuland?

Paasch: Nein, es gibt schon viele solcher Verbunde, bei denen mehrere Ärzte unter einem Dach arbeiten. Ein Beispiel haben wir bereits auch direkt in Boizenburg. Das Ärzte-Ehepaar Anja und Jörg Reincke arbeitet in dem MVZ der Helios-Klinikgruppe, die in Boizenburg eine Außenstelle betreibt. Die Kollegen eröffneten im November 2007 in Räumlichkeiten des Integrativen Gesundheitszentrums eine Praxis für Augenheilkunde und Orthopädie.

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) sind bundesweit im Kommen. Mehr als 900 von ihnen gibt es bereits. Nun plötzlich also auch in Boizenburg, wie ist der Stand der Dinge?

So überraschend ist das gar nicht. Boizenburger Ärzte führen seit etwa eineinhalb Jahren diesbezüglich intensive Gespräche. Sieben haben sich schließlich entschlossen, in dieser Form noch enger zusammen zu arbeiten. Die Gründung der GmbH ist erfolgt, und ein Antrag auf Zulassung wird bei der Kassenärztlichen

Vereinigung eingereicht. Nach erfolgter Zustimmung geht es los.

Was war ausschlaggebend für diesen Zusammenschluss?

Einerseits ist da die demografische Entwicklung, die Menschen werden immer älter und andererseits das immer komplizierter werdende Gesundheitswesen. Die Mediziner stehen vor neuen Anforderungen, die ein niedergelassener Arzt in einer einzelnen Praxis kaum noch bewältigen kann. In einem Zusammenschluss sieht das schon ganz anders aus. Die Vorteile liegen aus meiner Sicht klar auf der Hand. Teure Apparate (z. B. Röntgengeräte) und Räume (z. B. Labor) und teilweise Personal werden gemeinsam genutzt, die Verwaltung ist zentral und die angestellten Ärzte erhalten ein festes Gehalt. Hier haben wir übrigens bereits erste interessierte Anfragen junger Ärzte. Im Ergebnis werden geringere Kosten für die Krankenkassen erwartet, die daher häufig für die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums eintreten. Die Vorteile reichen bis hin zu längeren Öffnungszeiten und Urlaubsvertretungen.

Das klingt gut für die Patienten.

Ja, sie haben bei Weiterbehandlungen und

Überweisungen keinen Zeitverlust und keine langen Geh- oder Fahrstrecken. Für sie verkürzen sich die Wege zum Arzt, da sie gleich mehrere Fachrichtungen vorfinden. Bei uns sind das zur Zeit Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Diabetologie, Chirurgie, Ernährungsmedizin und die Stomatologie. Weitere Fachrichtungen werden hinzukommen. Patienten profitieren also von schnellerer medizinischer Hilfe, kürzeren Wartezeiten und umfangreichen medizinischen Leistungen vor Ort. Zudem ist die überregionale Kooperation mit verschiedensten hochqualifizierten auch universitären medizinischen Einrichtungen gesichert.

Wie kam es zu dem Namen?

MVZ Dreiländereck ist ein Hinweis auf die Lage und besagt, dass wir grenzübergreifend arbeiten.

Wer führt die Geschäfte?

Karl Wenkel, und darüber sind wir sehr froh, denn er ist auch der Geschäftsführer der Hamburger MVZ Prof. Dr. med. Detlef Mathey und Prof. Dr. med. Joachim Schofer GmbH. Mit ihrem universitären Herz- und Gefäßzentrum arbeiten wir in Boizenburg seit 20 Jahren eng zusammen.

Sieben Ärzte unter einem Dach?

Das ist unser Vorhaben für die Zukunft.

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