Sie sind die stillen Helfer

<strong>Die stillen Helfer im Hintergrund: </strong>Helmut Worbs, Heinz-Dieter Lohrer und Hartmut Koswig gehören seit Jahren zum   Mitarbeiterteam der Elblandfestspiele.<foto>hanno taufenbach</foto>
Die stillen Helfer im Hintergrund: Helmut Worbs, Heinz-Dieter Lohrer und Hartmut Koswig gehören seit Jahren zum Mitarbeiterteam der Elblandfestspiele.hanno taufenbach

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19. Juli 2010, 08:01 Uhr

Wittenberge | Sie sind da, bevor die Stars auf der Bühne stehen. Und wenn diese zu ihrem nächsten Auftritt eilen, sind sie immer noch auf dem Gelände: Helmut Worbs, Heinz-Dieter Lohrer und Hartmut Koswig gehören zu jenen stillen Helfern, ohne die reibungslose Elblandfestspiele undenkbar wären. Begonnen hatte alles mit einer AB-Maßnahme.

Im ehemaligen Laborgebäude der Ölmühle war zu den ersten Festspielen 1999 die Stadt-ABM untergebracht. "Da lag es nahe, uns mit einzubeziehen", sagt Helmut Worbs, der ABM-Koordinator der Stadt war. Sie hatten eine Werkstatt, Bohrmaschinen und Kabel. Ansonsten lag das Gelände brach, verwandelte sich die Zufahrt nach Schauern in eine Schlammpiste.

"Provisorisch planierten wir sie, säten Rasen an - immer in der Hoffnung, dass kein Lkw alles kaputt fährt", so Worbs. Sie deckten Bauschutt mit Planen ab, bauten einen Sammelkanal fürs Abwasser. "Und wenn uns ein Gastronom nach einem Stellplatz fragte, zeigten wir auf freie Flächen und ließen ihn einen aussuchen." Ja, so provisorisch hatte es einst begonnen.

Von Jahr zu Jahr zog mehr Professionalität ein. Ein Toilettenwagen löste die Dixi klos ab, Fernsehen kam dazu, die Zahl der Künstler stieg. "Wir mussten unsere Büros für Regie und Garderobe ausräumen", erzählt Heinz-Dieter Lohrer, der von 1997 bis 2002 die ABM gemeinnützige Arbeit leitete. Für die Maske blieb nur das Männerklo - eine Frauentoilette gab es nicht. Aber eine Holzwerkstatt im Nähmaschinenwerk, worüber sich die Bühnenbauer freuten. "Wir haben mit unzähligen Provisorien gearbeitet und es gleicht einem Wunder, dass trotzdem bis 20 Uhr immer alles fertig war", so Worbs.

Bis heute sind sie eine Truppe geblieben, zu der auch Hartmut Koswig gehört. Er hatte ab 2002 für drei Jahre Lohrers Funktion übernommen. "Die Festspiele waren für uns immer eine Abwechslung und sind es immer noch", sagt er. Ehrenamtlich melden sie sich Jahr für Jahr, um zu helfen.

Es sind Kleinigkeiten, die gerne vergessen werden. Das Stellen der knapp 2000 Stühle - eine Wissenschaft für sich. Wenn Bügeleisen und Bügelbretter gesucht werden, wissen sie in welcher Kiste diese unter der Bühne liegen. Und wenn so wie im vergangenen Jahr ein zentraler Wasseranschluss gesucht wird, weiß Helmut Worbs, wo dieser zu finden ist. "Eine Trinkwasserleitung war geplatzt, aber ich kenne alle Wasseranschlüsse auf diesem Gelände."

Bis heute ist es gefühlt ihr Gelände geblieben, auch wenn Pflasterung, Bühne und der sanierte Speicher das Ambiente komplett verändert haben. Und wenn eine Stunde nach Vorstellungsende die letzten Gäste ihr Glas Wein geleert haben, sind die 2000 Stühle bereits wieder verschwunden. Deutliches Zeichen dafür, dass Helmut Worbs und seine Männer auf ihrem Gelände sind. Und 2011? "Das ist keine Frage, es macht uns Spaß, aber wir drängen uns nicht auf", sagt Worbs, bevor er aufsteht, weil jemand eine Frage hat.

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