Sternberg : Senioren wollen mehr Sicherheit

Vorsicht starker Verkehr: Viele ältere Sternberger überqueren täglich die Straße Finkenkamp am Edeka-Markt. Eine Fußgängerampel befindet sich in etwa 100 Meter Entfernung. Der Seniorenbeirat will das ändern lassen und regt auch eine 30er-Zone an.Pubantz
Vorsicht starker Verkehr: Viele ältere Sternberger überqueren täglich die Straße Finkenkamp am Edeka-Markt. Eine Fußgängerampel befindet sich in etwa 100 Meter Entfernung. Der Seniorenbeirat will das ändern lassen und regt auch eine 30er-Zone an.Pubantz

Der Seniorenbeirat der Stadt legte in seinem Bericht vor den Stadtvertretern zu einigen Mängeln den Finger auf die Wunde. Beiratsvorsitzender Blasko liegt am Herzen, dass Fußgängerüberwege entstehen.

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20. Februar 2011, 04:06 Uhr

Sternberg | Ältere Sternberger mischen sich ein: Der Seniorenbeirat der Stadt legte in seinem Bericht vor den Stadtvertretern zu einigen Mängeln den Finger auf die Wunde. Beiratsvorsitzender Wolfgang Blasko (58) liegt vor allem am Herzen, dass an den viel befahrenen Straßen Fußgängerüberwege entstehen.

Ortstermin gestern am Mecklenburgring: Lkw rollen vorüber, die Straße ist breit. Immer wieder passieren hier Senioren zu Fuß die Straße. Sie kommen meist aus dem Wohngebiet an der Dörwaldallee und suchen den kürzesten Weg in die Altstadt - über das Mühlentor. "Das Überqueren der Straße ist hier zu Fuß oft lebensgefährlich", sagt Blasko. Zwar gibt es eine Fußgängerampel auf Höhe des großen Parkplatzes - viel zu weit weg, findet der Seniorenbeirat. Alternativ könnte er sich am Mahnmal eine Verkehrsinsel auf der B 104 vorstellen, die den Senioren das Passieren der Straße mit Pause erleichtern würde. Wünschenswert wäre auch, wenn der Bordstein für Rollatoren auf Höhe des Mahnmals abgesenkt würde, so Blasko.

Vieles habe die Stadt bereits unternommen, um den älteren Einwohnern des Leben zu erleichtern, betonte Wolfgang Blasko in seinem Jahresbericht vor der Stadtvertretung. Er lobte z.B. die Instandsetzung des Treppenaufgangs an der Karl-Marx-Straße und freue sich über "eine vorbildliche Arbeit" des DRK-Seniorenbüros. Andere Sorgen drücken jedoch. Beispiele:

• fehlende Hinweisschilder für öffentliche Toiletten in der Stadt. Blasko: "Das wäre nicht nur im Interesse der älteren Menschen."

• Stolpergefahr an den Treppenkanten am Mühlentor. Wunsch: farbliche Kennzeichnung der Stufen,

• zugiges Wartehaus am Busbahnhof, da Scheiben fehlen,

• fehlende Straßenbeleuchtung in den Morgenstunden in der Straße Kleiner Spiegelberg,

• fehlende Treppe am Badestrand Sternberger See, die Senioren das Einsteigen ins Wasser erleichtern könnte.

Stadtvertreter und Verwaltung notierten sich Hinweise und Kritik. Manches Thema davon gebe es seit Jahren, erklärt Blasko. "Ich weiß auch, dass vieles am Geld liegt", zeigt er Verständnis. Ihn stimme zuversichtlich, dass Stadtvertreter nach der Sitzung in Gesprächen zugesichert hätten, sich einiger Themen anzunehmen.

Am meisten brennt dem Seniorenbeirat die Sicherheit der Fußgänger an der B 104 und an der L 141 am Edeka-Markt auf den Nägeln. Dort, gegenüber liegt das große DRK-Seniorenheim, überquerten gestern ältere Männer und Frauen im Minutentakt zu Fuß die Straße - trotz des starken Verkehrs. "Wir wollen eine 30er-Zone von der Karl-Marx-Straße bis runter zur Kreuzung", so Blasko. Zudem wäre es nötig, einen Fußgängerüberweg unmittelbar am Einkaufsmarkt zu platzieren, vielleicht sogar den, der 100 Meter weiter Richtung Groß Raden weniger Beachtung finde.

"Das würde 7000, 8000 Euro kosten", erklärte gestern Jürgen Steguhn vom Straßenbauamt Schwerin. Die Vorschläge müssten geprüft werden, allerdings habe zunächst die Stadt Sternberg ihre Hausaufgaben zu machen: "Die Stadt muss einen Antrag stellen bei der unteren Verkehrsbehörde des Landkreises Parchim." Dies sei nicht geschehen. Steguhn: "Uns war das Problem bisher nicht bekannt." Liegt ein solcher Antrag vor, werde die Verkehrssituation vor Ort ergründet: mit z.B. Zählungen oder Beobachtung. Einen Fußgängerüberweg am Edeka-Markt hatten Behinderte bei einem Rundgang mit der SVZ bereits vor knapp einem Jahr gefordert.

Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt will sich des Themas jetzt annehmen. "Wir werden das mit der unteren Verkehrsbehörde thematisieren", sagte er gestern.

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