Studenten zur Kasse gebeten : Semesterbeitrag steigt ab 2011

Ab dem Sommersemester 2011 werden die Rostocker Studenten pro Semester 122 Euro bezahlen müssen - zwei Euro mehr als bislang. Dies hat das Studentenparlament Stura am vergangenen Mittwoch beschlossen.

von
22. November 2010, 10:14 Uhr

Rostock | Die Studentenschaft Rostock wird 2011 an allen Ecken und Enden sparen müssen. Grund ist ein Haushaltsloch von rund 65 000 Euro. Egal ob die Kulturwochen, das Musikevent Campusexplosion oder das Studentenmagazin Heuler - "angesichts der finanziellen Notlage standen viele Projekte zur Debatte", sagt Christian Berntsen, Vorsitzender des Studentenausschusses Asta an der Universität Rostock. Doch seit das Studentenparlament Stura am vergangenen Mittwoch den Haushalt 2011 beschlossen hat, steht fest: Mit Ausnahme der Campusexplosion werden alle Projekte fortgeführt. Der Preis dafür ist unter anderem ein erhöhter Semesterbeitrag.

Das heißt, ab dem Sommersemester 2011 werden die Rostocker Studenten pro Semester 122 Euro bezahlen müssen - zwei Euro mehr als bislang. Sieben Euro davon gehen an die Studentenschaft, der Rest an das Studentenwerk und an den Verkehrsverbund Warnow für das Semesterticket. "Wir rechnen damit, dass wir unser Minus auf diese Weise um 55 000 Euro verringern können", sagt Berntsen. Darüber hinaus verzichtet der Asta auf einen Mitarbeiter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und reduziert sein Budget um 5000 Euro. Auch der Heuler spart 3700 Euro ein. Weiter stehen für die beiden Kulturwochen im Jahr künftig je 1000 Euro weniger zur Verfügung. Letztere seien ein großer Streitfall gewesen, so der Asta-Vorsitzende. Denn die Veranstaltungen seien defizitär. Gemäß dem Haushaltsplan dürfen sie nun 10 000 Euro Verlust machen. Keinen Verlust mehr machen darf hingegen die Campusexplosion, die letztlich als einziges Event gestrichen wurde. Hier sei das finanzielle Risiko zu groß gewesen, sagt Berntsen.

Als Grund für das große Haushaltsloch führt der Asta die weitestgehend aufgebrauchten Rücklagen an. Mit dem Abbau sei einer Auflage des Landesrechnungshofes Folge geleistet worden. Des Weiteren habe es die Studentenschaft in den vergangenen Jahren versäumt, Sozialabgaben und Lohnsteuer für die Mitarbeiter ihrer Großveranstaltungen zu entrichten. Die Höhe der Nachzahlung, die jetzt noch ausstehe, sei noch nicht bekannt, so der Asta-Vorsitzende. Doch sie vergrößere das Defizit weiter. "Wir bedauern, dass eine Erhöhung des Semesterbeitrags nötig ist, sehen aber den Nutzen für die Studenten", sagt Katharina Mahrt, Geschäftsführerin des Asta. Kultur, Information und Bildung gehörten auch weiterhin zum Angebot und der Asta bleibe arbeitsfähig.

Hinzu komme, dass die Höhe des Beitrags im Vergleich zu anderen Universitäten immer noch gering sei. Beispielsweise habe der Asta der Fachhochschule Mainz den Beitrag aus denselben Gründen um neun Euro angehoben. Und auch die Studenten der Universität in Greifswald müssten mehr bezahlen. Dort gingen acht Euro an die Studentenvertretung. Somit gewährleisteten Asta und Stura der Universität Rostock nach wie vor ein vielfältiges Programm für wenig Geld.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen