Hagenower Bataillon bereitet sich für Afghanistan-Einsatz 2012 vor : Seltene Gefechtsmedaillen verliehen

Bataillonskommandeur Oberstleutnant  Andres Kühne verlieh gestern kriegserfahrenen Soldaten die Gefechtsmedaille.
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Bataillonskommandeur Oberstleutnant Andres Kühne verlieh gestern kriegserfahrenen Soldaten die Gefechtsmedaille.

Diese Medaille, die Oberstleutnant Andreas Kühne gestern 69 seiner Soldaten an die Brust heftete, hätte es vor einigen Jahren gar nicht geben können, weil kein deutscher Soldat im Gefecht stand.

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06. Mai 2011, 06:51 Uhr

Hagenow | Diese Medaille, die Oberstleutnant Andreas Kühne gestern 69 seiner Soldaten an die Brust heftete, hätte es vor einigen Jahren gar nicht geben können, weil kein deutscher Soldat im Gefecht stand. Die Männer, die gestern die neu eingeführte Auszeichnung bekamen, diese Männer haben für ihr Land im Kugelhagel gestanden. Sie wurden beschossen, haben zurückgeschossen, gekämpft und ihr Leben riskiert. Diese Hagenower Grenadiere gehörten 2009 und 2010 zu der schnellen Reaktionstruppe (Quick Reaction Force QRF) in Afghanistan. Diese Grenadiere waren im heißen Krieg und haben dem Tod ins Auge gesehen. Oberstleutnant Kühne, als neuer Kommandeur auch einsatzerfahren, lobte denn auch den Einsatz der Männer und würdigte ihre Professionalität im Kampf. Auch wenn die Zahl von 69 Auszeichnungen nach einer Massenabfertigung aussieht, so ist die Medaille bisher in der Bundeswehr sehr selten verliehen worden und genießt unter den Soldaten eine hohe Wertschätzung.

Bataillonskommandeur Kühne lobte auf dem gestrigen Appell seine Frauen und Männer und den hohen Erfahrungswert und die professionelle Einstellung vieler Soldaten. Diese Einschätzung bestätigte Andreas Kühne gestern auch im anschließenden Pressegespräch. Vor allem die einsatzerfahrenen Mannschaften und Führer würden mit hoher Selbstständigkeit an die Einsatzvorbereitung gehen.

Im Juli kommenden Jahres geht es los in Richtung Afghanistan, und für den anstehen Einsatz wird buchstäblich jeder Mann gebraucht. Die Hagenower werden nämlich den Kern des Ausbildungs- und Schutzbataillon Kunduz stellen, da geht es um drei Kompanien nebst Teilen des Stabes, es geht um 330 Mann. Dazu kommen noch Pioniere aus Havelberg und Aufklärer aus Eutin. Zusammen mit afghanischen Kräften wird dieser Verband fast ständig im Einsatz sein, die Ausbildung der Afghanen und das gemeinsame Kämpfen werden dazugehören.

Zusätzlich stellen die Hagenower 90 Mann für eine Schutzkompanie ab, die zu einem regionalen Wiederaufbauteam gehört. Vorteil der Hagenower Grenadiere, gut 70 Prozent der derzeit geplanten Soldaten waren bereits im Einsatz, unter den Führungskräften ist der Anteil noch höher.

Dennoch bleiben auch zu Hause genügend Aufgaben, muss vor allem die Ausbildung organisiert werden. Der Anteil der neu auszubildenden Soldaten ist zwar geringer geworden, dennoch ist eine Rekrutenkompanie aktiv. Dazu kommen weitere Lehrgänge für Feldwebel oder Unteroffiziere. In Vorbereitung des Einsatzes hat das Hagenower Bataillonen sich in den vergangenen Tagen komplett neu formiert. In dieser neuen Struktur ist auch die Zeit nach dem Einsatz bereits einberechnet.

Gegenwärtig gehören 860 Männer und Frauen zum dem Vorzeigeverband der Bundeswehr, nahezu alle sind Längerdienende. Das bedeutet, die Masse der Soldaten dient 23 Monate und länger. Neuer Trend der vergangenen Wochen sind viele Längerverpflichtungen von bereits lang gedienten Soldaten.

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