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Lokales

23. November 2017 | 04:46 Uhr

Sellering für Energiepakt

vom

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2011 | 08:29 Uhr

Schwerin | Der Landtag in MV hat gestern mit einer Schweigeminute der Opfer der Flutkatastrophe in Japan gedacht. Die tragischen Ereignisse, die unvorstellbare Zahl von mehr als 10 000 Toten und Vermissten erfüllten die Menschen in Deutschland mit großer Bestürzung und Betroffenheit, sagte Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD). Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) versicherte, dass sich die Bevölkerung in MV mit dem japanischen Volk verbunden fühle. "Wir alle sind in diesen Tagen in Gedanken bei den Menschen in Japan, die alles verloren haben, durch das Erdbeben, durch die Flutwelle, und die sich jetzt nach den Explosionen in mehreren Atommeilern einer noch größeren, unsichtbaren Bedrohung ausgesetzt sehen."

Der Ministerpräsident schlug in der Aktuellen Stunde einen "Zukunftsenergiepakt Deutschland" vor, um schneller vom Atom- zum Ökostrom zu kommen. Dazu gehöre ein Energiewege-Beschleunigungsgesetz, um das Stromnetz effizienter ausbauen zu können. So könne Windenergie von der Ostseeküste besser in die Industrie- und Ballungsräume im Süden geleitet werden. Außerdem sollten die deutschen Atomkraftwerke schneller als selbst von der früheren rotgrünen Bundesregierung geplant vom Netz genommen und die Forschung vor allem für die Speicherung von Wind- und Solarenergie verstärkt werden. Sellering will auch die Erzeugung von Ökostrom mit mehr Fördergeldern unterstützen.

Linkspartei-Fraktionschef Helmut Holter unterstützte die Forderung Selle rings, den Atom-Ausstieg zu beschleunigen. Er müsse dann aber auch "unumkehrbar" sein. Holter wunderte sich, dass Kanzlerin Merkel "tabulose" Sicherheitsüberprüfungen versprochen habe und fragte, ob es bislang Tabus gegeben habe. Auf Antrag der Linksfraktion wird sich der Landtag morgen erneut mit dem Atomausstieg befassen. Michael Roolf , Fraktionschef der FDP, kritisierte, dass nun "ohne Rücksicht auf menschliche Vernunft" der Ausstieg aus der Kernenergie gefordert werde. Er fand es angesichts der Katastrophe "unwürdig", dass - wie am vergangenen Wochenende in Baden-Württemberg - Atomkraftgegner mit "bunten Ballons" auf die Straße gehen.

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