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SEK-Razzia: Ermittler sichern Beweise gegen NPD

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erstellt am 10.Mai.2010 | 07:09 Uhr

Grevesmühlen | Staatsanwaltschaft und Polizei haben gestern in der Kreisstadt Grevesmühlen ein Gebäude der rechtsextremistischen NPD durchsucht. Die Ermittler, die von Polizisten mit Maschinenpistolen gesichert wurden, trugen mögliches Beweismaterial in Umzugskartons aus dem Gebäude. Außerdem sollen sie eine Stichwaffe sichergestellt haben. Weitere Durchsuchungen gab es in Rostock und Neustrelitz. Wie die Schweriner Staatsanwaltschaft informierte, wird wegen des Verdachts der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten ermittelt. Hintergrund ist ein Beitrag im Internet. Darin soll dazu angestiftet worden sein, Büros von Landtagsabgeordneten und Parteien - außer der NPD - zu beschädigen. Ins Visier der Ermittler ist unter anderem der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende David Petereit geraten.

Das Areal am ehemaligen Grevesmühlener Betonwerk gleicht derzeit einer Festung mit Holzzaun, Wachturm, Scheinwerfer, Nato-Draht, Fenstergittern. Im Gegensatz dazu stehen ein Puppenwagen im Sandspielkasten, eine Wippe und eine Schaukel unter den Kronen zweier Birken. Nicht nur Kinder sollen auf diesem Festungsgelände spielen, sondern auch Bürger das im April eröffnete NPD-Büro aufsuchen können. Direkt über dem Eingang steht: "Lever dood as Slaav" (Lieber tot, als Sklave).

Die Rechtsextremisten hatten 2009 den Sprung in den Kreistag Nordwestmecklenburgs geschafft. Einer der beiden Kreistagsabgeordneten ist Sven Krüger, der das Areal vor zwei Jahren erworben hat. Nach SVZ-Recherchen wurde er in den 1990er-Jahren u. a. wegen Landfriedensbruch, Überfall auf einen Dorfkrug und einer angezettelten Gefängnismeuterei verurteilt. Im Jahr 2003 kam Krüger erneut in Konflikt mit der Justiz: Beamte eröffneten ein Ermittlungsverfahren wegen der möglichen Bildung einer bewaffneten Gruppe. Es wurde später aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte erst am Wochenende seine Forderung nach einem Verbot der NPD bekräftigt. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) warnt: "Die Gefahren sind real und sie nehmen zu."

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