Seereederei steigt bei Scandlines aus

Horst Rahe ist Geschäftsführender Gesellschafter der DSR.
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Horst Rahe ist Geschäftsführender Gesellschafter der DSR.

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02. November 2010, 08:57 Uhr

Rostock/Puttgarden | Die Deutsche Seereederei (DSR) hat sich von der Fährreederei Scandlines getrennt. Das Rostocker Unternehmen verkaufte seine 20-prozentige Beteiligung an die Mitgesellschafter 3i und Allianz Capital Partners, wie Scandlines gestern mitteilte. Die Übernahme sei bereits am Freitag vollzogen worden. Die Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital Partners sind damit zukünftig mit jeweils 50 Prozent an Scandlines beteiligt. Die Kaufsumme wurde nicht mitgeteilt.

"Wir sind immer davon ausgegangen, in einem überschaubaren Zeitraum die unternehmerische Führung zu übernehmen", sagt DSR-Sprecher Rainer Ortlepp. Dazu sollte ein geplanter Börsengang von Scandlines genutzt werden. Der wurde aber wegen der geänderten Kapitalmärkte auf unbestimmte Zeit verschoben. "Die DSR sieht sich als unternehmerisch tätiger Gesellschafter", sagt der geschäftsführende Gesellschafter Horst Rahe. An einer Position als Juniorpartner gebe es kein Interesse.

Die DSR hatte ihre Anteile 2007 im Zuge des Verkaufs von Scandlines durch die Deutsche Bahn AG und das dänische Verkehrsministerium übernommen. Insgesamt zahlten die drei Gesellschafter 1,56 Milliarden Euro. "Wir wollten schon damals größere Anteile erwerben", sagt Ortlepp. Durch den Ausstieg verliert Scandlines den einzigen Gesellschafter, der selbst in der Schifffahrtsbranche tätig ist.

Die Veränderungen in der Struktur der Anteilseigner änderten aber nichts am geplanten Wachstumskurs von Scandlines, sagt Geschäftsführer Bengt Pihl. Zu den wichtigsten Projekten zähle der Einsatz von zwei neuen Fähren auf der Route Rostock-Gedser im kommenden Jahr. Diese werden derzeit in Stralsund gebaut und sollen die Kapazität der Route verdoppeln. In die Neubauten und den Hafenausbau in Rostock und Gedser investiert Scandlines eigenen Angaben zufolge rund 230 Millionen Euro.

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