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Insolvenzverfahren gegen Hotelinhaberin in Sternberg : Seehotel pleite, Betrieb läuft weiter

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Pleite für Sternbergs erstes Haus am Platze, das Seehotel. Beim Amtsgericht Schwerin läuft ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Inhaberin Manuela Reinke, Jahrgang 1964. Sie hat das Verfahren selbst beantragt.

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2011 | 06:56 Uhr

Sternberg | Pleite für Sternbergs erstes Haus am Platze, das Seehotel. Beim Amtsgericht Schwerin läuft ein Insolvenzverfahren über das Vermögen von Hotelinhaberin Manuela Reinke, Jahrgang 1964.

Bettina Schmudde, eine Rechtsanwältin vom Hamburger Jungfernstieg, hat jetzt als vorläufige Insolvenzverwalterin bei den finanziellen Angelegenheiten das Sagen. Sie hat vom Amtsgericht den Auftrag zunächst zu prüfen, ob Gründe für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vorliegen. Inhaberin Reinke selbst hat das Verfahren beantragt. "Wir sind alle sehr traurig, dass es so gekommen ist", sagte sie gestern gegenüber SVZ, wollte sich aber nicht näher zu dem Thema äußern.

Der Betrieb im Viersternehotel läuft trotz der Insolvenz weiter - sowohl bei der Beherbergung als auch in der Gastronomie. Die zehn Mitarbeiter, darunter ein Lehrling, haben ihre Arbeit. Allerdings wurde gestern der für kommenden Sonntag geplante Tanztee abgesagt. Hintergrund soll laut SVZ-Informationen sein, dass die Gefahr bestehen könnte, dass sich die Veranstaltung finanziell nicht rechnet und für ein weiteres Minus sorgt. Dabei war der Tanz auch als eine Marketingidee gedacht, um mehr Einheimische für das Haus zu begeistern, wie ein Sternberger Fan des Tanztees berichtete.

Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde war bisher für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt hofft, dass die finanzielle Schieflage des Seehotels schnell überwunden wird. "Die Stadt hat großes Interesse daran, dass das Haus weiter geführt und am Tourismusmarkt erhalten bleibt", so Quandt gestern. Wenn Unterstützung nötig ist, werde die Stadt helfen. Ziel sei, das Hotel aus dem Insolvenzverfahren heraus wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Das heutige Hotel wurde 1978 als Kreiskulturhaus eröffnet. Alte Sternberger, wie der heutige Bürgervorsteher Bruno Pischel, erinnern sich noch daran, wie eine Delegation mit frisch geräuchertem Fisch nach Berlin gefahren war. Dort wurden Aale gegen Lampen getauscht. Die Sternberger erhielten auf diese Weise für ihren Saal im Kulturhaus die gleichen Lampen, die im Palast der Republik eingebaut wurden. Der Palast, im Volksmund wegen der dominierenden Beleuchtung nach dem damaligen DDR-Staatsoberhaupt Erich Honecker auch Erichs Lampenladen genannt, ist zwischenzeitlich abgerissen. In Sternberg hängen die Lampen bis heute.

Die Stadt verkaufte das nach der Wende nicht mehr benötigte Kulturhaus 1994 an einen Hotelier aus Plau am See, der ein Jahr später einen ansprechenden Tourismusbetrieb eröffnete. Als sich der Plauer zurückzog, kaufte dessen Geschäftsführerin Manuela Reinke im Jahr 2002 das Seehotel.

Die Stadt hatte beim Verkauf des Kulturhauses in den 1990er-Jahren darauf bestanden, dass der Saal erhalten bleibt. Hier fanden zwischenzeitlich viele größere Veranstaltungen, u.a. Landesparteitage, statt. Das sei ein Stück Werbung für die Stadt, so Quandt.

Das Haus verfügt über 42 Hotelzimmer und ein Restaurant mit 90 Plätzen.

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