Seebad zu schön: Zuschuss abgelehnt

Stolperfallen auf Gehsteigen und unebene Radwege: Fast alle Warnemünder Bürgersteige müssen erneuert werden. Aber auf Förderung aus dem Sanierungstopf muss das Seebad verzichten. Andere Rostocker Stadtteile sind bedürftiger.

svz.de von
29. September 2009, 08:36 Uhr

Rostock/Warnemünde | Der zweite Anlauf nach 18 Jahren ist gescheitert. Auch jetzt erhält Warnemünde kein Fördergeld aus dem Topf für städtebauliche Sanierungsgebiete. "Die Ministerien avisieren keine zusätzlichen Mittel", erklärt Ulrike Wilke vom Bauamt. "Andere Rostocker Stadtteile sind viel bedürftiger."

Kühlungsborn sei attraktiver

Im Standortwettbewerb mit Seebädern wie Kühlungsborn oder Graal-Müritz hinke Warnemünde aber deutlich hinterher, meint Grünen-Fraktionsvorsitzender Johann-Georg Jaeger. Dabei liegt es "im Interesse von Rostock, die Infrastruktur des touristischen Aushängeschildes Warnemünde schneller zu sanieren", teilt er mit. Nach Angaben von Tief- und Hafenbauamtsleiter Heiko Tiburtius sind 15 bis 20 Millionen Euro notwendig, um den Investitionsbedarf vollständig inklusive notwendiger Neubauten zu stillen.

Etliche Stolperfallen auf Gehsteigen und unebene Radwege stellen dabei nur einen kleinen Teil. Vor allem behinderte Menschen werden so vor teilweise unüberwindliche Hindernisse gestellt. Zahlreiche Verkehrsanlagen erzählen sogar noch ein Stück DDR-Geschichte. "Aber städtebauliche Missstände sind kaum vorhanden", sagt Wilke vom städtischen Bauamt.

Jammern auf hohem Niveau? Warnemünde ist schöner geworden: die Erneuerung des Alten Stromes oder die der Promenade. Auch weiterhin fließen nach Jaegers Angaben größere Summen in den Ausbau des Nahverkehrs, besonders an der Warnemünder Werft.

Vorabsprachen mit Schwerin haben aber ergeben, dass infrastrukturelle Reparaturarbeiten wie an Geh- und Radwegen sowie am öffentlichen Nahverkehr keine Umwandlung in ein Sanierungsgebiet rechtfertigen. "Die Verwaltung schließt sich dem an", sagt Wilke. Ein Grund dafür: Um städtebauliche Sanierungsmittel zu erhalten, müsste die Stadt umfangreiche Voruntersuchungen vornehmen, die wiederum viel Geld verschlingen.

Millionen Euro für die Stadtzentren

So genannte städtebauliche Sanierungsmaßnahmen betreffen besonders Altstadtgebiete und Stadtzentren und hier vor allem Gebäudestrukturen. Um Leerstand vorzubeugen und Gewerbe im Zentrum zu halten, wurden Millionen in die Städte gepumpt. Zurzeit laufen parallel zum Seebad Diskussionen, den ehemaligen Rostocker Güterbahnhof ins innerstädtische Sanierungsgebiet einzugliedern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen