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Lokales

22. August 2017 | 13:16 Uhr

Schwimmlehrer für Hallen-Sanierung

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Schwerin | Die Schul-Schwimmlehrer in Schwerin beziehen Position in der Debatte um die Zukunft der Bäder in der Landeshauptstadt. "Für das Grundschulschwimmen favorisieren wir die Sanierung der bestehenden Hallen", sagt Koordinatorin Heike Brockhof. Entscheidend dafür seien die gute und schnelle Erreichbarkeit der Hallen in Lankow und auf dem Großen Dreesch für alle Grundschulen mit dem öffentlichen Nahverkehr oder zu Fuß. Nur für die Reute- und die Heineschule müssten der Entfernung wegen Sonderbusse eingesetzt werden. Insgesamt seien derzeit zwei Nichtschwimmerbecken sowie vier Randbahnen für das Anfängerschwimmen vorhanden, was optimal sei. "Auch die Sicherheit der Schwimmanfänger und eine hohe Qualität des Unterrichtes sind durch die gute Überschaubarkeit der jetzigen Schwimmbecken gewährleistet", sagt Brockhof. Die Schwimmschüler in Schwerin erreichen dank der hiesigen guten Bedingungen im bundesweiten Vergleich seit vielen Jahren sehr gute Ergebnisse. Brockhof: "Nach einer eineinhalbjährigen Schwimmausbildung können 98 Prozent aller Schweriner Grundschulkinder schwimmen."

Der von der Verwaltung vorgeschlagene Ersatzneubau auf dem Dreesch erscheint den Schwimmlehrern als machbare Variante, selbst wenn dann kein Lehrschwimmbecken mehr vorhanden wäre. Da bei dieser Variante aber vier Randbahnen geplant seien, wären gute Bedingungen für das Anfängerschwimmen gesichert. Allerdings müssten für den Transport von Schülern aus Lankow und der Weststadt zusätzliche Busse eingesetzt werden, sollte der Standort Lankow geschlossen werden, so Koordinatorin Brockhof.

Einen Neubau am Lambrechtsgrund, wie ihn die SPD-Stadtfraktion vorgeschlagen hat, sei für das Grundschulschwimmen nicht geeignet, sagen die Lehrer. Ein Problem sei auch die am Lambrechtsgrund vorgesehene Wasserfläche, die kleiner wäre als die in den beiden bisherigen Bädern zusammen. Schon jetzt reiche die Wasserfläche oft schon nicht aus, so dass statt vorgesehener acht bis zu 15 Kinder in einer Bahn unterrichtet werden müssten, sagt Brockhof. Darüber hinaus seien das in der Weststadt geplante Acht-Bahnen-Becken nicht gut überschaubar. Damit sei die Sicherheit der Schwimmanfänger nicht mehr in jedem Fall gewährleistet, das sie auch die mittleren Bahnen nutzen müssten. Brockhof: "Es ist auch nicht davon auszugehen, dass die Kinder aufgrund der Entfernung und der dann enormen Geräuschkulisse in der Halle die Anweisungen der Lehrer verstehen könnten." So bestehe die Gefahr, dass die Lehrer die Schwimmtechnik der in den mittleren Bahnen übenden Kinder nicht sehen, beurteilen und gegebenenfalls korrigieren könnten.

Schüler von fast allen Schweriner Schulen könnten den Lambrechtsgrund mit dem Nahverkehr nur mit Umsteigen und damit zeitlichem Mehraufwand erreichen, so die Schwimmlehrer. Brockhof: "Durch die deutlich höhere Wegezeit wird es für die Schulen problematisch, das gesamte Wochenstundenvolumen einer Klassenstufe in den Stundenplan integrieren zu können." In der Konsequenz sei zu befürchten, dass deshalb der Schwimmunterricht gekürzt werde. Brockhof: "Das sollte aber nicht die Folge einer neuen Schwimmhalle sein." Pro Woche würden in den jetzigen Schwimmhallen etwa 1100 Schweriner Grundschüler der Klassen 3 und 4 unterrichtet. Hinzu kämen noch Schüler der Schweriner Förderschulen und Gymnasien, einschließlich Sportgymnasium und Fachgymnasien. "Auch 400 Grundschüler der Umlandgemeinden erhalten dort ihren Schwimmunterricht", sagt Brockhof. Die Stadtvertreter trügen in der Bäder-Frage also eine große Verantwortung.

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erstellt am 12.Sep.2010 | 06:49 Uhr

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