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Lokales

25. September 2017 | 20:34 Uhr

Schwerpunkte bei Vorbeugung und Aufklärung

vom

svz.de von
erstellt am 13.Okt.2010 | 08:05 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommerns nächster Landesdatenschutzbeauftragter ist wieder ein gelernter Ingenieur. Der Landtag wählte gestern Reinhard Dankert mit 42 Stimmen aus den Reihen von SPD, CDU und FDP in das Amt.

Der 58-jährige SPD-Landtagsabgeordnete löst den Juristen Karsten Neumann ab, dessen Turnus am 1. Dezember nach sechs Jahren ausläuft und der für eine zweite Amtszeit keine Mehrheit im Parlament fand. Allerdings bekam Neumann als Gegenkandidat zu Dankert 15 Stimmen. Das waren drei mehr, als die Fraktion der Linkspartei, die ihn nominiert hatte, gestern aufbieten konnte. Werner Kessel, erster Landesdatenschutzbeauftragter in der Zeit von 1992 bis zum Jahr 2004, war ebenfalls Ingenieur.

Der Rostocker Dankert, Vater von fünf Kindern, sitzt seit 1994 im Landtag. Seit 1998 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Den Posten hat er erst vor kurzem an Heinz Müller abgegeben. Politisch hat Dankert über die Jahre eher unauffällig und im Hintergrund gearbeitet. Gelernt hat er Schiffselektriker auf der Neptunwerft Rostock und daran ein Elektronikstudium angeschlossen. Bis zur Wiedervereinigung arbeitete er am Institut für Meereskunde Warnemünde und an der Uni Rostock.

Für den Datenschutz sei es kein Nachteil, dass er kein Jurist sei, so Dankert gegenüber dieser Zeitung. Er werde das Gebiet als Pragmatiker und "mit gesundem Menschenverstand" angehen. Zwar sei das Thema Datenschutz kompliziert, der rechtliche Rahmen allerdings "klar strukturiert" und deshalb auch für Nicht-Juristen zu handhaben.

Vorbeugung und Aufklärung sieht Dankert vorerst als seine wichtigsten Aufgaben neben der Überprüfung wirklichen oder vermeintlichen Datenmissbrauchs in Behörden und öffentlichen Betrieben des Landes: "Wir müssen mehr Bewusstsein für den Datenschutz schaffen." Den Widerspruch zwischen dem Schutz persönlicher Daten und dem Sicherheitsinteresse des Staates hält er nicht für unauflösbar. Er sei dabei allerdings nicht der Schiedsrichter, sondern nur Berater, wenn es darum geht, wie beides weitgehend unter einen Hut zu bekommen ist.

Seinen Vorgänger, den ehemaligen Landtagsabgeordneten Karsten Neumann, zieht es unterdessen nicht zurück in die Politik. Er will sich als Unternehmensberater in Sachen Datenschutz selbstständig machen.

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