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Lokales

23. September 2017 | 06:03 Uhr

Schwerlastverkehr nervt Anwohner Tag und Nacht

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2011 | 05:40 Uhr

Kremmin | Um die völlig chaotischen Verhältnisse entlang der B 5 in Angriff zu nehmen, hatte der Landkreis sich in Abstimmung mit der Schweriner Landesregierung im November vergangenen Jahres zu einer Notlösung entschlossen. Die besteht darin, den Schwerverkehr mit Fernzielen bereits vor Grabow von der Bundesstraße zu holen, um ihn dann in Richtung Autobahn A 24 abfließen zu lassen. Diese Ableitung erfolgt seitdem im Bereich Kremmin und betrifft die Dörfer in Richtung Neustadt-Glewe oder weiter in Richtung der Anschlussstelle Parchim. Das sei eine "absolute Notlösung, eine Krücke", betonte damals Landrat Rolf Christiansen.

"Diese Notlösung haben wir jetzt in Kremmin vor allem in der Marnitzer Straße auszubaden", schimpft Martin Pinzer. Der 66-Jährige ist seit 1990 Bürgermeister der 280-Seelengemeinde Kremmin mit dem Ortsteil Beckentin. Eine Protest-Unterschriftenliste mit etwa 1200 Namen von Bürgern aus Kremmin, Neese, Prislich, Zierzow, Kolbow, Muchow und Blievenstorf habe gar nichts gebracht, erinnert sich der Kremminer.

"An einigen Stellen ist die Regenentwässerung bereits kaputt gefahren. Die Straße leidet. Die Entscheidung, den Schwerlastverkehr durch unseren Ort umzuleiten, war ein Schnellschuss aus der Hüfte und unüberlegt", moniert der Dorfobere und hofft auf eine Gesprächsrunde am 30. März beim Landkreis mit den Anlieger-Bürgermeistern und Vertretern des Verkehrsministeriums. "Ich hoffe, dass sich danach die 40-Tonner nicht mehr durch unser Dorf schieben werden. Sonst machen wir richtig Rabatz, denn unsere Geduld ist erschöpft." Viele Kremminer hätten sich an ihn als Bürgermeister gewandt. "Besonders die Fahrgeräusche zwischen 20 und 24 Uhr sind eine enorme Belastung für die Anwohner. Mir wurde berichtet, dass abends mitunter acht bis neun Laster hintereinander durch die Ortschaft donnern. Manche fahren zum Ausweichen sogar über den Bürgersteig und fahren alles kaputt."

Landrat Rolf Christiansen kann den Kremminern und allen anderen, die durch die Sperrung der B 5 in ihrer Lebens- und Wohnqualität beeinträchtigt sind, nun Hoffnung machen. "Wir haben die Situation entlang der B 5 in den letzten Wochen sorgfältig beobachtet. Reine Kolonnenfahrten sind demnach nur noch die Ausnahme", erklärt der Verwaltungschef gegenüber der SVZ. "Ich denke, dass wir die Sperrung der B 5 demnächst schon wieder aufheben können. Ein diesbezüglicher Antrag ans Land ist bereits raus. Wenn es nach mir ginge, würde ich die Reglung so schnell wie möglich umsetzen. Auf jeden Fall werden die Kremminer und andere Anwohner bald schon aufatmen können", verspricht Christiansen. Der Landrat betont, dass man die Verkehrsentwicklung auf der B 5 jedoch weiter im Blick behalten werde.

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