Im Internet fiktive Bundeswehr-Karriere machen : Schweriner kreieren Onlinespiel-Hit

Die  beiden Geschäftsführer Michel Schmidt (r.) und Martin Aust haben in Schwerin mit 'Schulterglatze' ein erfolgreiches Internetspiel entwickelt, das deutschlandweit immer mehr Interessenten findet, die virtuell Bundeswehr-Karriere machen wollen. Hornburg
Die beiden Geschäftsführer Michel Schmidt (r.) und Martin Aust haben in Schwerin mit "Schulterglatze" ein erfolgreiches Internetspiel entwickelt, das deutschlandweit immer mehr Interessenten findet, die virtuell Bundeswehr-Karriere machen wollen. Hornburg

In ganz Deutschland wird derzeit "Schulterglatze" gespielt. Entwickelt und verwirklicht wurde das Onlinespiel für die fiktive Bundeswehr-Karriere von der unikat media UG aus Schwerin.

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04. Februar 2011, 07:38 Uhr

Schwerin | In ganz Deutschland wird derzeit "Schulterglatze" gespielt. Entwickelt und verwirklicht wurde das Onlinespiel für die fiktive Bundeswehr-Karriere von der unikat media UG aus Schwerin. Bereits die erste Version des Spieles hat den Erfindern den zweiten Platz beim Deutschen Entwicklerpreis in der Kategorie "Bestes Browsergame 2010" eingebracht.

Seit neun Monaten läuft das Spiel in einer Vorabversion und seit Mitte Dezember ist das finale Spiel fertig. Je nach Tageszeit spielen 5000 bis 10 000 Spieler. Morgens weniger, dafür aber abends umso mehr. Das Ziel der Spieler: Bundeswehrgeneral zu werden. Da beide Versionen noch betrieben werden, liegen keine präzisen Nutzerzahlen vor. "Da User bei der Beta-Version und der Final-Version registriert sind, ist es schwer abzuschätzen wie viele Spieler sich wirklich registriert haben, aber 150 000 sind es mindestens", sagt Michel Schmidt, einer der beiden Geschäftsführer.

Die Idee für das Spiel hatte Michael Schmidt schon früher. Seine Affinität zum Internet hatte sich aus seiner Zeit entwickelt, als er noch ein Internetcafé in Schwerin betrieb. Als Schmidt jedoch seine erste Version des Spieles online stellte, meldeten sich plötzlich täglich 700 Spieler und mehr an. "Es war anfangs mehr ein Hobby als eine Geschäftsidee", so Schmidt. Doch bei dieser hohen Frequenz von Anmeldungen erkannte er schnell das Potenzial seiner Idee und beschloss eine Firma für die Vermarktung und Erweiterung des Spieles zu gründen. "Allein wollte ich die Idee nicht umsetzen, glücklicherweise fand ich mit Martin Aust einen mutigen Partner", erzählt Schmidt.

Die Firma entwickelt sich gut und nach einem Jahr arbeiten drei fest angestellte Programmierer und Designer an der Weiterentwicklung von "Schulterglatze". "Wir sind mittlerweile sogar Ausbildungsbetrieb und haben unseren ersten Lehrling", erzählt Schmidt vom Wachstum der Firma.

Die virtuelle Bundeswehr-Karriere ist dabei durchzogen mit Witzen und humorvollen Anspielungen. "Viele Texte im Spiel sind absichtlich sehr satirisch, obwohl einige Geschichten auch auf tatsächlichen Erfahrungen beruhen", berichtet Schmidt, der selbst mehrere Jahre bei der Bundeswehr gedient hat. Waffen sind nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, so können auch Ohrstöpsel als Waffe dienen, auch wenn diese nicht sonderlich effektiv seien, so Schmidt. Von Gewalt- und Killerspielen möchten sich Schmidt und Aust distanzieren. "Unser Spiel ist ein reines Strategiespiel und Kampfhandlungen gibt es nur in reiner Textform", betonen die beiden Geschäftsführer. Freigegeben ist das Spiel dennoch mit einer Altersbeschränkung von 16 Jahren. "Wir arbeiten gerade mit der FSK daran, die Grenze weiter zu senken", so Schmidt.

Der Name "Schulterglatze" ist ein Begriff von der Bundeswehr und bezeichnet scherzhaft den einfachen Feldsoldaten, der noch kein Dienstabzeichen auf den Schultern trägt. "Jeder, der einmal bei der Bundeswehr war, kennt dieses Wort", sagt Schmidt.

Mit der Aussetzung der Wehrpflicht, wird es wahrscheinlich auch einige Änderungen im Spiel geben, kündigt Schmidt an. Mittlerweile arbeitet die Schweriner unikat media auch an zwei weiteren Spielen. "Wir haben bereits zwei neue Ideen für weitere Onlinespiele und werden demnächst ,Schulterglatze auch auf die mobilen Geräte bringen", sagt Schmidt. Wer das kostenlose Spiel im Übrigen einmal bis zum General durchspielen möchte, sollte sich ungefähr acht Monate Zeit nehmen.


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