zur Navigation springen
Lokales

14. Dezember 2017 | 05:31 Uhr

Schweriner Kaserne unter dem Hammer

vom

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2010 | 01:20 Uhr

Schwerin | Seit der Schließung des Bundeswehrstandortes in Stern Buchholz Anfang 2007 liegt die rund 110 Hektar große Fläche weitgehend im Dornröschenschlaf. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben konnte lediglich ein Viertel des ehemals militärisch genutzten Geländes verkaufen, das jetzt vom Logistikunternehmen Paul Schockemöhle genutzt wird. Für die übrigen etwa 105 Hektar fanden sich keine Interessenten. Das soll sich jetzt ändern: Am 13. Juni ist die ehemalige Blücher-Kaserne eine der 80 Immobilien, die die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG im Rostocker Pentahotel unter den Hammer bringt.

Das Mindestgebot für die Kaserne liegt bei 139.000 Euro. Der Standort verfügt über Wohnheime, Büro- und Lehrgebäude, Lager, Abstellhallen, Garagen und Werkstätten, eine Tankstelle, eine modernisierte Schwimmhalle, eine alte und eine neue - multifunktionale - Sporthalle mit modernen Außenanlagen wie Kleinfeld- und Sportplatz, ein altes Kulturhaus, eine Gaststätte und andere, vielseitig verwendbare Gebäude. Sport- und Schwimmhalle waren noch bis Ende vergangenen Jahres in Betrieb. Sportanlagen sowie die Unterkunfts- und Verwaltungsgebäude sind in den 90er-Jahren modernisiert worden. Der potenzielle Käufer der Kaserne kann nach Angaben des Auktionshauses mit jährlichen Mieteinnahmen von insgesamt 49.430 Euro rechnen.

Stadt: Entwicklung von Freizeitangeboten

Ob angesichts des für die Größe der Fläche niedrigen Kaufpreises tatsächlich ein Käufer gefunden werden kann, ist indes offen. Denn die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat mehrere Jahre vergeblich um eine Nachnutzung des seit 1939 militärisch genutzten Areals gekämpft. Denn da es für das Areal keinen Bauplan gibt, dürfen Investoren keine größeren baulichen Veränderungen vornehmen. Eine Situation, die der Stadt Schwerin offenkundig nicht ungelegen kommt. Denn städteplanerisch spielt Stern Buchholz für die Kommune praktisch keine Rolle. Potenzielle Investoren sollen sich im benachbarten Industriepark Schwerin ansiedeln, den Göhrener Tannen.

Dennoch sieht Vize-Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff Entwicklungspotenzial in Stern Buchholz, beispielsweise im Bereich Jugend und Freizeit, aber auch für Gewerbe. Keinen Bedarf gäbe es in Wohnbebauung. Er hofft, dass der Käufer "verlässlich mit uns die Entwicklung abstimmen wird", so Friedersdorff. Wer auch immer den Zuschlag erhält: Bei einer Umnutzung dürfte mit hohen Kosten für Rückbau und Altlastenentsorgung zu rechnen sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen