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Lokales

17. Dezember 2017 | 07:30 Uhr

Schweriner Golfplatz steht vor dem Aus

vom

svz.de von
erstellt am 26.Mai.2010 | 09:15 Uhr

Schwerin | Ist das Golfplatz-Projekt Schwerin gescheitert, bevor es richtig angefangen hat? Nach mehrmalig vertagter Entscheidung zur so genannten Anhandgabe der Fläche zwischen der Fachhochschule der Bundesagentur für Arbeit, Wickendorfer Straße und Ziegelaußensee an private Investoren stimmte jetzt das zweithöchste politische Gremium, der Hauptausschuss, dagegen. Die Anhandgabe, die bereits zweimal über fünf Jahre erfolgte, bedeutet exklusives Planungsrecht des Investors für die Fläche. Der Kaufpreis muss erst nach Abschluss des Verfahrens gezahlt werden. Die Stadt kann aber weiterhin in die Entwicklung eingreifen.

"Wir sind nicht generell gegen den Bau eines Golfplatzes in Schwerin. Aber im Bereich Medewege und Ziegelaußensee können wir dem auf gar keinen Fall zustimmen", sagt Manfred Strauß, Fraktionsvorsitzender der Schweriner Bündnisgrünen. Zum einen gehe es um Naturschutz, zum anderen sei seine Fraktion nicht von der wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Investition überzeugt.

Projektentwickler baut Schloss-Quartier

Sebastian Ehlers, Fraktionsvorsitzender der CDU/FDP, hält dagegen, dass es sich mit Dr. Horst Brandt um einen renommierten Projektentwickler handele, der derzeit unter anderem das Schloss-Quartier baut. Mit dem Golfplatz würde zudem das Areal dank Uferweg und Gastronomie für die Öffentlichkeit erschlossen.

"Natürlich hätten wir uns ein positives Votum im Hauptausschuss gewünscht. Aber es ist noch nicht vorbei", sagt Ehlers. "Wir bemühen uns jetzt, in Gesprächen unsere Kollegen Stadtvertreter von der Anhandgabe zu überzeugen." In die tatsächliche äußere Gestaltung könnten die Politiker schließlich später bei konkreten Bauplänen immer noch eingreifen.

Die Befürworter des Schweriner Golfplatzprojektes sehen zudem die touristische Wirkung. 380 000 Übernachtungen von Golftouristen wurden laut Wirtschaftsministerium allein im vergangenen Jahr in MV gezählt. Die 16 Anlagen im Land zählen rund 10 000 Mitglieder, jede zweite Golfrunde werde von Touristen gespielt. Ein Grund der Insolvenz des Wismarer Golfplatzes Hohen Wieschendorf war nach Auskunft der Betreiber, dass zu wenige Touristen kamen, da weitere Angebote neben Golf fehlten. Die gibt es in Schwerin.

Gegner kritisieren hingegen die Nähe des Golfplatzes Vorbeck, der einer der fünf führenden Deutschlands ist und zu den Top-20 in Europa zählt. Doch die Projektgesellschaft Schwerin setzt mehr auf Breiten- als auf Spitzensport. Die Entscheidung trifft die Stadtvertretung am Montag.

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