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Lokales

22. Oktober 2017 | 01:22 Uhr

Schweriner bremsen NPD-Finale aus

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svz.de von
erstellt am 26.Sep.2010 | 05:54 Uhr

Schwerin | Dank eines Großaufgebotes der Polizei verliefen die Demonstrationen und Kundgebungen am Sonnabend in der Landeshauptstadt friedlich. Die NPD, die unter dem populistisch-archaischen Motto "Todesstrafe für Kinderschänder - Volksabstimmung jetzt!" knapp ein Jahr vor der Landtagswahl fast 300 Rechtsgerichtete in Schwerin aufmarschieren ließ, musste dabei allerdings eine heftige Schlappe hinnehmen: Das Bürgerbündnis hatte gemeinsam mit Vertretern von Gewerkschaften und Parteien den Platz der Freiheit stundenlang blockiert und so die dort geplante Abschlussrede der NPD verhindert.

Dass zum Protest des Bürgerbündnisses unter dem Motto "Nazis - Nein Danke!" und zum Straßenfest am Südufer des Pfaffenteichs indes weniger als 200 Schweriner gekommen waren, bezeichnete Gewerkschafterin Ute Evers als "beschämend". Auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) hatte sich mehr bürgerschaftliches Engagement erhofft. Dass aber auch kaum ein Schweriner von der NPD während deren Marsches und der Kundgebung in der Lessingstraße angezogen wurde, begeisterte die OB. "Wir dürfen uns aber nicht darauf ausruhen, dass die NPD keinen Nachhall gefunden hat. Wir müssen weiter täglich für Toleranz und Demokratie streiten", sagte Gramkow.

Für Heiko Lietz vom Bürgerbündnis für Demokratie und Menschenrechte liegt das Grundproblem im zögerlichen Verhalten der Politik. "Die NPD gehört verboten", forderte der Bürgerrechtler. Er hatte zuvor auch scharfe Kritik an der Stadtverwaltung geübt, die nur einen Umzug in 1000 Meter Entfernung hinter der NPD für das Bürgerbündnis genehmigt hatte. Dass aus Protest ganz auf den Demonstrationszug verzichtet wurde, hat allerdings letztendlich die NPD ausgebremst. Die ist noch auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ihren Großaufmarsch am 1. Mai. Schwerin dürfte der Rechtspartei keine Lust auf mehr gemacht haben.

Die Polizei hat am Sonnabend 34 Platzverweise, drei Gewahrsamnahmen sowie vier Strafanzeigen ausgesprochen bzw. aufgenommen.

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