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Schwimmhalle Wohnfreude statt Badespaß

Von TIWE | 25.04.2015, 09:00 Uhr

Kann der Denkmalschutz abgewendet werden, will die Stadt Häuser anstelle der Lankower Schwimmhalle

Die ausgediente Schwimmhalle Lankow soll abgerissen werden. Das haben die Stadtvertreter beschlossen. Doch was kommt dann? Die Verwaltung hat dafür jetzt fünf Varianten geprüft und legt diese der Politik zur Entscheidung vor. Klare Vorzugsvariante: eine Wohnbebauung.

Doch noch könnte alles ganz anders kommen. Bekanntlich hat völlig überraschend das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege gefordert, dass die Lankower Schwimmhalle unter Denkmalschutz gestellt wird. Neben der noch in Betrieb befindlichen Halle in Anklam sei die Schweriner die einzige dieser Bauart – und somit schützenswert. Dagegen hat die Stadt Widerspruch eingelegt (SVZ berichtete) – „aus wirtschaftlichen Gründen“, wie Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow betont. Denn auch als Denkmal müsste die Halle in irgendeiner Form genutzt, zumindest aber geschützt und gesichert werden. „Dazu sehen wir uns materiell, finanziell und ideell nicht in der Lage“, sagt die Verwaltungschefin. Über den Widerspruch ist noch nicht entschieden worden.

Doch selbst wenn das Areal aus städtebaulicher Sicht nicht von übergeordneter Bedeutung für die Stadt wäre, favorisiert die Verwaltung doch eine Wohnbebauung, wie Andreas Thiele, Fachbereichsleiter Stadtenticklung, sagt. Die von der SDS erarbeitete Entwicklungskonzeption Lankower See legt den Fokus auf die Entwicklung des Naherholungsbereiches zu einem Stadtteilpark für die angrenzenden Stadtteile Lankow, Neumühle und Weststadt. „Eingriffe in die Kleingartenstrukturen sollten nicht erfolgen. Diese sind ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität für die Bewohner“, umreißt Thiele die Planungsvorgaben für das 3100 Quadratmeter große Areal mit der Schwimmhalle und den beiden Parkplätzen. Somit stehe ebenfalls fest: Stellflächen für die Autos der Kleingärtner wird es auch künftig geben.

Geprüft hat die Stadt neben Wohnen auch eine touristische Nutzung, Freizeit- und Sportmöglichkeiten, Dienstleistung und Gewerbe sowie eine Renaturierung. „Von diesen Möglichkeiten ist die Nutzungsoption Wohnen aus Sicht der Verwaltung die Vorzugsvariante“, so die OB.

Sinnlose Debatte - Ein Kommentar von Timo Weber

Als das Wirtschaftsministerium Fördergeld für die neue  Dreescher Schwimmhalle bereitstellte und das Innenministerium die Millioneninvestition der klammen Stadt absegnete, war auch der Abriss in Lankow von den Stadtvertretern beschlossen worden. Damals hatte kein Denkmalschützer moniert. Warum also jetzt plötzlich der Sinneswandel? Und wer soll den Erhalt bezahlen? Die Stadt hat kein Geld. Das weiß auch der Kultusminister. Der behördliche Streit ist  unsinnig und  unnötig.