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Schwerin Wohnen in Schwerin wird teurer

Von BERT | 05.12.2017, 20:45 Uhr

Neuer Mietspiegel zeigt: Kosten steigen in der Innenstadt um 7,4 Prozent, deutlicher Anstieg aber auch in sanierten Plattenbauten

In der Landeshauptstadt steigen die Mieten. Das zeigt der Mietspiegel 2018/19, den der Arbeitskreis gestern vorgelegt hat. Besonders stark ist der Anstieg in der Innenstadt. Hier haben sich die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren um 7,4 Prozent erhöht. Im gesamten Stadtgebiet betrug der Anstieg 3,9 Prozent.

Der Arbeitskreis Mietspiegel, in dem Experten der großen Wohnungsunternehmen, des Mieterbundes, der Vermietervereinigung Haus und Grund, Makler und Vertreter der Stadt mitarbeiten, hat seiner Analyse rund 15 000 Mietverträge zu Grunde gelegt. Alter, Größe, Ausstattung, Beschaffenheit und Lage der jeweiligen Wohnung wurden bewertet. Ortsteilbezogene Zahlen werden nur für die Stadtteile veröffentlicht, aus denen auch repräsentative Datenmengen vorliegen. Klassische Eigenheimgebiete wie etwa Friedrichsthal und Neumühle fließen nur in den Gesamtüberblick ein.

Wie schätzen Sie die Wohnungslage in Schwerin ein?

Auffällig ist, dass die Mietsteigerungen die gesamte Innenstadt betreffen, wogegen Wohnen in den Plattenbaugebieten von Krebsförden bis zum Mueßer Holz etwas preiswerter geworden ist. „Es gibt aber auch dort Ausnahmen“, sagt Ulrich Frisch, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. So würden beispielsweise für aufwändig sanierte Wohnungen in Neu Zippendorf relativ hohe Mieten verlangt. Die teuersten Wohnungen von Schwerin stehen in den Waisengärten und im Hafenquartier am Ziegelinnensee. Die höchsten Mietpreise reichen an 14 Euro pro Quadratmeter heran.

Zum Vergleich: Für eine 55 Quadratmeter große Wohnung in einem Gebäude aus den 70er-Jahren, das nach 1992 modernisiert wurde, weist der Mietspiegel eine Miete von 5,10 Euro pro Quadratmeter aus. Und selbst im modernisierten Altbau liegt die Miete für eine 65 Quadratmeter große und gut ausgestattete Wohnung mit 6,15 Euro pro Quadratmeter erheblich unter den neuen Spitzenwerten.

Doch die Nachfrage nach hochwertigem Wohnen ist in Schwerin ungebrochen hoch. „Die Attraktivität der Landeshauptstadt als Wohnstandort wächst deutlich“, fasst Ulrich Frisch den Trend zusammen.

Der neue Mietspiegel weist aber noch andere erstaunliche Entwicklungen des Wohnungsmarktes aus: So sind die Mieten in Gebäuden, die bis 2004 entstanden, kaum gestiegen. „Hier entspricht die Ausstattung meist nicht mehr den gestiegenen Anforderungen“, erklärt Frisch das Phänomen. Und auch die Ausstattung mit Balkon oder Terrasse bringe kaum noch Zusatzpunkte. Dafür steigen Nachfrage und Mieten bei gut ausgestatteten Einraumwohnungen, den klassischen Appartements. Sie sind als Zweitwohnung oder als temporäre Wohnung bei Ärzten, Beamten und Studenten sehr begehrt. Erhältlich ist der Mietspiegel im Bürgerbüro und im Internetportal der Stadt.