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Schweriner Team um Ingo Kaldarasch holt sich Gesamtsieg "Wir sind deutscher Offroad-Meister"

Von Juliane Haendschke | 20.09.2011, 09:28 Uhr

Nach einer "Schlammschlacht" über die Sieben-Kilometer-Buckelpiste in Jänschwalde bei Cottbus, hat sich der Schweriner Ingo Kaldarasch am Sonntag den deutschen Meistertitel in der German Offroad-Masters (Gorm) abgeholt.

Was für ein Trip: Nach insgesamt mehr als 230 Kilometern „Schlammschlacht“ über die Sieben-Kilometer-Buckelpiste in Jänschwalde bei Cottbus, über „fiese“ Wurzeln und durch ausgefahrene Spitzkehren hat sich der Schweriner Ingo Kaldarasch am Sonntag den deutschen Meistertitel in der Königsklasse Prototyp (P1) der German Offroad-Masters (Gorm) abgeholt. Und das trotz Handicap: Co-Pilotin und Ehefrau Silke Kaldarasch muss aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten.

In Jänschwalde hat Ingo Kaldarasch mich, die SVZ-Redakteurin Juliane Haendschke, als Ersatz „eingefahren“. Mein Fazit vom Co-Piloten-Sitz des Mercedes GE 430: „Sport für Verrückte mit Suchtfaktor.“ Das steht nach mehreren Runden an Kaldaraschs Seite fest. Zwar hatten sich Mike Schütte und Maik Schlacht aus Brandenburg mit ihrem Mercedes GE 280 in Jänschwalde vor die Schweriner gefahren. Doch in der Gesamtwertung reichte es locker für Kaldaraschs ersten deutschen Meistertitel. Denn: Die Niedersachsen Eike Hennies/Michael Hinz, die als Einzige dem Schweriner noch gefährlich werden konnten, landeten auf dem dritten Rang. Das Beste für Kaldarasch: „,Siegfried‘ hat durchgehalten.“

Siegerauto „Siegfried“ entwickeln der 44-Jährige und sein Team seit mehr als einem Jahr. Bilanz nach dem jüngsten Rennen: Ein abgerissener Kotflügel, eine ausgefallene Klima-Anlage – „Das Kühlmittel ist wohl herausgehüpft.“ –, eine ausgefallene Hupe, ein Riss im Reifen und heiße Stoßdämpfer, mit denen das Team am Ende ins Ziel schaukelte. Das sei vielversprechend, die Phase der Kinderkrankheiten habe „Siegfried“ wohl hinter sich, sagt Kaldarasch. Der 400-PS-Bolide ist eigentlich ein Leichtgewicht, bringt knapp 1,8 Tonnen auf die Waage und, was viel wichtiger ist, Kaldarasch immer verlässlicher ins Ziel. Kein einziger relevanter Ausfall am vergangenen Wochenende, bis auf die „in die Knie gehenden“ Stoßdämpfer. Das sei bei diesem Sport aber normal, sagt der neue deutsche Meister. Außerdem seien die Dämpfer wieder einsetzbar.

Die Piste in Jänschwalde hatte es in sich, war „technisch sehr anspruchsvoll“: nahe an der Strecke stehende Kiefern, hakelige Kurvenkombinationen, hüfttiefe Sanddurchfahrten, enge Kehren und kaum gerade Abschnitte, um ein wenig Zeit herauszufahren. Während Kaldarasch beispielsweise auf der Schweriner Strecke ein Durchschnittstempo von mehr als 50 erreicht, lag diese in Jänschwalde bei kaum mehr als 30 Kilometer pro Stunde. „Es war wirklich eine Herausforderung“, sagt der Schweriner. Doch der Pokal ist sein. Während der 44-Jährige weiterhin versucht, seinen Meistertitel zu realisieren, bereiten seine Mitstreiter bereits die nächste Herausforderung vor. Vom 7. bis 9. Oktober geht es mit der neuen Besatzung zu den MT-Series nach Polen. Dann zeigt sich, ob der deutsche Meister auf mehr als seinen „Siegfried“ setzen kann.