Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Großkreis Mecklenburgische Seenplatte hat die höchste Quote Weniger Arbeitslose

Von Angela Hoffmann | 29.09.2011, 06:54 Uhr

Die klassische Herbstbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern im September weiter sinken lassen. Sie ging auf 94.700 Menschen ohne Job zurück. Auch in der Prignitz gibt es weniger Erwerbslose.

Jahrelang trug der Alt-Kreis Demmin die rote Laterne bei der Arbeitslosenquote. Doch damit ist jetzt Schluss - wenn auch nur namentlich in der Statistik. Die ersten Arbeitsmarktdaten nach der Kreisgebietsreform in MV weisen jetzt den neuen Großkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 12,7 Prozent als negativen Spitzenreiter aus. Die niedrigste Quote hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 8,5 Prozent.

Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen in MV im September um 4000 auf 94 700 gesunken. Das teilte der Chef der Regionadirektion Nord der Bundesarbeitsagentur, Jürgen Goecke, gestern mit. Die Quote liegt aktuell bei 11,1 Prozent. Der Rückgang sei allerdings auch auf die demografische Entwicklung zurückzuführen. Das heißt: Die Anzahl der erwerbsfähigen Bevölkerung im Land sinkt.

Laut Goecke sind im Vorjahresvergleich 3100 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze entstanden. Mit einem Anstieg von 0,6 Prozent liege MV hier aber unter dem Bundesdurchschnitt (plus 2,4 Prozent). Wegen der Kürzung der Bundesmittel für die Jobcenter um 30 Prozent in diesem Jahr gebe es im Nordosten 11 000 Teilnehmer weniger in Ein-Euro-Jobs und Weiterbildungsmaßnahmen. Im kommenden Jahr sollen die Mittel laut Goecke noch einmal um eine halbe Milliarde Euro gekürzt werden.

Der Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Nord, Uwe Polkaehn, sprach von einem "gigantischen Kahlschlag". Unter den Kürzungen litten vor allem ältere Menschen, bei denen die Erwerbslosenquote gegen den Gesamttrend weiter steige.

Trotz der sinkenden Gesamtquote bleibt die Arbeitslosigkeit für Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) das größte Problem im Land. "Wir müssen in den kommenden fünf Jahren die Wirtschaftskraft des Landes weiter steigern, damit Arbeitsplätze entstehen und gesichert werden - gute Arbeitsplätze, von denen man leben kann." Sellering und Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) betonten, dass der erste Arbeitsmarkt Priorität haben müsse. Linksfraktionschef Helmut Holter forderte eine bessere Integration von Langzeitarbeitslosen mit Fachberatung und sozialer Betreuung.

Weniger Arbeitslose auch in der Prignitz

Die Arbeitslosigkeit hat sich in der Prignitz im September leicht verringert: Sie sank um 0,8 Prozent auf 13,3 Prozent, gab gestern die Agentur für Arbeit in Neuruppin bekannt. Vor einem Jahr lag die Quote 0,7 Prozent niedriger.

Im Bereich Perleberg sind 4010 Menschen ohne Job, im Bereich Pritzwalk 1698. Die meisten neuen offenen Stellen gab es in den Bereichen Metallbau, Mechatronik und Hoch- sowie Tiefbauberufe.

Brandenburgweit ist die Arbeitslosigkeit im September erneut gesunken. 132 762 Menschen waren erwerbslos gemeldet, 5254 weniger als im Vormonat und 1359 weniger als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Potsdam mitteilte. Die Erwerbslosenquote sank damit gegenüber dem Vormonat um 0,4 Punkte auf 9,9 Prozent und lag damit erstmals in diesem Jahr unter der Zehn-Prozent-Marke.

Bundesweit ist der deutsche Arbeitsmarkt in Hochform: Erstmals seit 20 Jahren waren im September weniger als 2,8 Millionen Menschen ohne Job.