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Vandalismus in Schwerin WC-Anlagen immer öfter beschädigt

Von CHRI | 12.06.2017, 05:00 Uhr

Nach der Verlängerung der Öffnungszeiten der Toiletten auf dem Bertha-Klingberg-Platz nehmen die Vandalismusschäden zu

Besonders in den Sommermonaten sind die Schwimmende Wiese und der Bertha-Klingberg-Platz sowie die Schlosspromenade beliebte Aufenthaltsorte von Jugendlichen und Touristen. Deshalb beschloss die Stadtvertretung im März eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Toiletten auf dem Bertha-Klingberg-Platz. Vom 1. Mai bis zum 30. September haben die WC-Anlagen nun bis 24 Uhr geöffnet (SVZ berichtete).

Doch damit kann jetzt schon wieder Schluss sein. Denn bis zum 23. Mai musste die Schweriner Stadtmarketing Gesellschaft bereits mehrere Schäden durch Vandalismus in der Herrentoilette beheben. „Eine Trennwand sowie die Kabinentür wurden herausgetreten, die Wände beschmiert, ein Papierkorb in Brand gesteckt“, erklärt Geschäftsführerin Martina Müller. Sie fordert, die verlängerten Öffnungszeiten über 18 Uhr hinaus wieder zurückzunehmen. „Wir schätzen die Situation im Hinblick auf weitere Vandalismusschäden als bedenklich ein, zumal eine saubere und funktionierende WC-Anlage ebenfalls ein Aushängeschild für die Stadt ist“, so Müller in einem Schreiben an Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier. „Weiterhin befürchten wir, dass trotz kurzfristig umgesetzter Reparaturarbeiten geplante Veranstaltungen durch eine mutwillige Beschädigung der WC-Anlage beeinträchtigt werden.“

Am Donnerstag stand Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Ordnung und Gefahrenabwehr. Gemeinsam mit Martina Müller diskutierten die Mitglieder, wie das Problem behoben werden kann – ohne die Öffnungszeiten der Toiletten einzuschränken. Es wurde entschieden, dass die Stadtmarketing Gesellschaft noch einmal mit dem Kinder- und Jugendrat redet, damit diese über ihre Netzwerke an die Jugendlichen für einen sorgsamen Umgang appellieren“, so der stellvertretende Oberbürgermeister und Baudezernent Bernd Nottebaum. „Zudem müssen wir vor Ort ein Bewusstsein schaffen.“ Werden die WC-Anlagen weiterhin stark beschädigt, werde die Stadt die Öffnungszeiten wieder verkürzen, so Nottebaum weiter. Immerhin werden knapp 7000 Euro für die verlängerten Öffnungszeiten mehr pro Jahr ausgegeben : Arbeitskosten für die Bewirtschaftung, Strom, Wasser und Abfall. Geld, das aus dem Haushalt der Stadt kommt.

Zum Hintergrund: „Ich als Oberbürgermeister von Schwerin“ – so lautete das Motto des Kreativwettbewerbes, den der Kinder- und Jugendtreff „Westclub One“ im vergangenen Sommer gemeinsam mit der Stadtteilkonferenz Weststadt, dem Internationalen Bund und der RAA organisierte (SVZ berichtete). Daraus entstand eine Arbeitsgruppe von Jugendlichen, die die Arbeiten des Wettbewerbes weiterentwickelte. Eine davon: die Verlängerung der Öffnungszeiten der öffentlichen Toiletten auf dem Bertha-Klingberg-Platz. Sophie Tieding und Rasmus Rutsch vom Kinder- und Jugendrat plädierten für die Idee auf der Stadtvertretersitzung im März.