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Schweriner Bahn Viele Züge fahren einfach durch

Von vraa | 19.12.2017, 21:00 Uhr

Haltestelle Schwerin-Mitte weniger frequentiert: Bauarbeiten an der Strecke Schwerin – Bad Kleinen sorgen für Fahrplanänderung

Marianne Frei ist erbost. „Ich wollte im Schlosspark-Center meine Weihnachtseinkäufe machen“, erzählt die Hagenowerin. „Doch statt in Schwerin-Mitte, musste ich am Hauptbahnhof aussteigen“, klagt die 78-Jährige. Für viele spielen die rund 900 Meter Distanz zwischen den beiden Haltestellen keine Rolle. Für die Hagenowerin allerdings schon: Sie ist an ihren Rollator gebunden. „Sonst hat das doch auch immer geklappt, warum halten die Züge jetzt nicht mehr in Mitte?“, fragt die Rentnerin am SVZ-Lesertelefon.

Burkhard Ahlert, Pressesprecher der Deutschen Bahn, hat auf Freis Frage eine Antwort. „Im Zuge der Bauarbeiten und Fahrplanumstellung haben wir festgelegt, dass weniger Züge in Schwerin-Mitte halten. Das kommt der Pünktlichkeit zu Gute“, sagt Ahlert. Seit dem Sommer modernisiert die Bahn die Teilstrecke Bad Kleinen-Lübstorf-Schwerin-Carlshöhe. Für die Umrüstung auf die neue Technik werden die Gleise und Weichen erneuert und die Signal- und Sicherungstechnik sowie die Oberleitung angepasst. „Hätten wir den alten Fahrplan beibehalten, wären viele Züge zu spät gekommen oder hätten die Haltezeiten nicht wie gewünscht einhalten können“, erklärt der Pressesprecher der Bahn. Die Änderungen bleiben bis 7. Januar aktiv, dann wird die Strecke Schwerin–Bad Kleinen komplett gesperrt.

Neben den durchfahrenden Zügen müssen die Bahngäste nahe des Schlosspark-Centers auch auf etwas anderes verzichten: Der Aufzug am Bahnsteig 1 wird aktuell renoviert. „Barrierefreiheit ist für die Deutsche Bahn ein sehr wichtiges Thema. Um diese zu sichern, müssen Reisende aktuell leider ohne Aufzug auskommen“, sagt Bahn-Mitarbeiter Gisbert Gahler. „Wir gehen davon aus, dass wir den Aufzug am Freitag wie geplant wieder in Betrieb nehmen können“, so Gahler. Das Lift-Pendant am Bahnsteig 2 war von Anfang Oktober bis 22. November erneuert worden.

Marianne Frei haben die Umstellungen bei ihren Weihnachtseinkäufen nur wenig geholfen. „Ich habe mir ein Taxi gerufen, damit ich es auf dem Rückweg mit meinen Einkaufstüten rechtzeitig zum Hauptbahnhof schaffe“, klagt die Hagenowerin.