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Neue Boxhalle in Schwerin Viel Platz für noch mehr Medaillen

Von VRAA | 20.03.2018, 12:00 Uhr

Neue Boxhalle am Lambrechtsgrund eingeweiht: Vertreter aus Wirtschaft und Politik hoffen auf große Kämpfer aus Schwerin.

In den Ring steigen, das ist für Sarah Scheurich nichts besonderes mehr. Seit vielen Jahren boxt die Schwerinerin für den BC Traktor und vertritt die Landeshauptstadt erfolgreich in ganz Europa. Doch gestern warteten weder ein Sparringspartner noch ein Gegner auf Scheurich – sondern zwei Minister und der Oberbürgermeister. Sportministerin Birgit Hesse, Innenminister Lorenz Caffier und Rico Badenschier waren neben vielen anderen Gäste in die neue Boxhalle am Lambrechtsgrund gekommen, um den symbolischen Schlüssel für den Trainingsort der Schweriner Boxer zu übergeben. „Das Boxen ist aus unserer Stadt nicht wegzudenken. Diese Halle ist das letzte Puzzlestück für eine erfolgreiche Zukunft des Boxsports in Schwerin“, sagte Sportdezernent Andreas Ruhl. Für den Bau nahmen Land und Stadt 1,7 Millionen Euro in die Hand – aus der klammen Stadtkasse flossen 115 000 Euro in den Trainingskomplex.

Für Michael Timm geht mit der neuen Halle ein großer Wunsch in Erfüllung. Der Cheftrainer war früher Europameister sowie mehrfacher DDR-Meister – und trainierte selbst unter einfachen Bedingungen. „Als ich noch jung war, hatten wir kaum Platz wie jetzt in der alten Halle. Wir durften nicht mit den Großen in den Ring steigen. Wir mussten uns hoch arbeiten“, erzählt der 55-Jährige. Dieses Prinzip will er mit der neuen Halle beibehalten. „Unsere Jüngsten trainieren weiter wie bisher. Erst wenn sie in der U17-Mannschaft boxen, wechseln sie in die große Halle.“ Mit Fleiß und harter Arbeit will Timm mit seinem Trainerteam um Ex-Europameister Dieter Berg und Ex-Weltmeister Sebastian Zbik aus den Talenten Sieger schmieden. „Unser Ziel ist es, wieder Medaillen und Titel nach Schwerin zu holen. Mit dieser Halle haben wir dafür die besten Bedingungen.“

Den Anfang könnte Sarah Scheurich machen: Nachdem sie den Ring-Auftritt mit den Politikern absolviert hat, muss sie zum Training. Von morgen an steht in Rostock ein Ausscheidungsturnier für die Europameisterschaft in Polen an. Dann geht es für Scheurich schon wieder in den Ring, aber ohne Hesse und Co., sondern mit Handschuhen – und dem Sieg fest im Blick.

Hintergrund: Boxen in Schwerin
Der Kampf im Ring mit Handschuhen hat eine lange Historie in der Landeshauptstadt: • 1957 gewinnen die Boxer von Traktor erstmals die DDR-Mannschaftsmeisterschaft, auch 1958 und 1959 gingen die Titel nach Schwerin. Paul Nickel holte im selben Jahr bei den Europameisterschaften in Prag mit Bronze die erste internationale Medaille für die Stadt. • 1976 macht Box-Schwerin bei den Spielen in Montreal erstmals auch olympisch auf sich aufmerksam: Jochen Bachfeld gewinnt im Weltergewicht Gold, Richard Nowakowski holt im Federgewicht Silber. • 1985 mausert sich Schwerin in Budapest zur europäischen Box-Hochburg: Michael Timm wird im Weltergewicht Europameister. Im Halbfliegengewicht holt Rene Breitbarth ebenso den Titel wie Dieter Berg im Fliegengewicht. •  2011 wird Sebastian Zbik kampflos zum WBC-Weltmeister im Mittelgewicht.