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Essen in Schwerins Partnerstädten Viel Fisch zum Weihnachtsfest

Von CHRI | 23.12.2016, 08:00 Uhr

Weihnachtlicher Gaumenschmaus aus den Partnerstädten – heute: Växjö und die schwedische Küche

Schwedischer Pfefferkuchen und Safrangebäck stehen auf dem Tisch, die Fenster sind hell erleuchtet, der Kaffee dampft. In der Landhausküche von Marie Eckert ist es richtig gemütlich. Kein Wunder, denn für die Schwedin ist die Küche das Herz des Hauses. Und so verbringt sie auch in der Weihnachtszeit viele Stunden zwischen Töpfen, Tassen und Herd.

„Bei uns gibt es ganz viel Hering nach einem Rezept von meiner Oma und nach einem von meiner Mutter“, erzählt die 62-Jährige. „Das ist eine schwedische Familientradition zu Weihnachten.“ Dazu gibt es Kartoffeln, grobes Sauerteigbrot und süßes Roggenbrot aus Südschweden. Auf ihrem schwedischen Büfett, auch „Smörgåsbord“ genannt, landet neben Hering aber auch Lachs, Kaviar, Rogen und auch Trockenfisch, auf Schwedisch „lutfisk“. Als Getränk wird neben Wein auch schwedischer Glühwein, Glögg, gereicht.

Als kleines Mädchen verbrachte Marie Eckert Weihnachten oft bei ihrer Tante. „Dort gab es Hering, Trockenfisch und Weihnachtsschinken.“ Am 24. Dezember um Punkt 15 Uhr kam der Vater in die Küche und tunkte frisches Brot in den Fond des Schinkens, das dann mit Gabel und Messer gegessen wurde. „Ohne dieses sogenannte dopp i grytan ist es kein Weihnachten“, erzählt die gebürtige Schwedin aus Göteborg. Während die Mutter den Weihnachtsbaum schmückte, guckten die Kinder „Donald Ducks Weihnachten“ im Fernsehen – eine Tradition in Schweden. Und noch heute schaut sich Marie Eckert den kleinen Film bei Youtube an.

Den Heiligabend verbringt sie mit ihrem Mann Martin ganz gemütlich zu Hause, an am ersten und zweiten Weihnachtstag kommen Freunde zu Besuch. „Dann gibt es auch andere Speisen. Da Martins Familie aus Süddeutschland kommt, vermischen wir die kulturellen Einflüsse in unseren Gerichten.“ Und abends stellt Marie Eckert eine Schüssel Milchreis mit Zimt vor die Tür. Warum? „Dieser Tomtegröt lockt den Weihnachtsmann und seine kleinen Helfer an. Sie sorgen dann dafür, dass dein Zuhause auch im nächsten Jahr geschützt ist“, erklärt sie. „Dieses Ritual vergessen wir Schweden nie.“