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Lewitzer Chor verabschiedet sich „Unser Lied ist nun verklungen“

Von METT | 06.12.2016, 16:00 Uhr

Lewitzsänger lösen nach 56 Jahren ihren Chor auf – Abschiedskonzert in Tramm als Dankeschön an Helfer und Wegbegleiter

Eine Hitliste ihrer Lieblingslieder sangen die Lewitzsänger vor ihren treuesten Fans und langjährigen Wegbegleitern im Trammer Gemeindesaal. Und dann stimmte der Chor „Unser Lied ist nun verklungen“ an. „Ein bewegender Moment“, wie Bürgermeister Manfred von Walsleben erzählt. „Und danach ist auch so manche Träne geflossen.“ Denn es war das letzte Lied, der letzte Auftritt dieses traditionsreichen Ensembles, das sich nach 56 Jahren gemeinsamen Musizierens im Januar trennen wird. „Wir wollten uns in Tramm verabschieden und so auch Danke sagen, für die große Unterstützung“, betont Vereinschef Willibald Bratrschovsky.

Immerhin noch 30 Damen und 7 Herren pflegten zuletzt den Chorgesang. Tramm war Heimat und Probenort der Lewitzsänger. Die gebürtige Trammerin Friedel Pröpper gab 40 Jahre lang als musikalische Leiterin den Ton an. Zu Jahresbeginn übergab die Musiklehrerin im Ruhestand den Taktstock an Birgit Arndt – krankheitsbedingt. „Sie wollte den Chor so lange leiten, bis ich zurückkehre“, erzählt Friedel Pröpper. Doch nun hat sie sich entschieden, komplett aufzuhören. Und das wiederum war Anlass für zahlreiche ältere Ensemblemitglieder, ihren eigenen Abschied anzukündigen.

Die Lewitzsänger haben gemeinsam viel erlebt, standen auf großen und kleinen Bühnen. Zu DDR-Zeiten durften sie mit dem Freundschaftszug nach Tallinn reisen. 2008 traten sie gemeinsam im US-Bundesstaat Wisconsin auf. „Da war ich das erste Mal dabei, aber nur als Bürgermeister“, erzählt Manfred von Walsleben. Doch nach dieser Reise trat er in den Chor ein.

Das größte Erlebnis für Friedel Pröpper war der Auftritt im Jahr 2006 im NDR-Fernsehen. Da gingen die Lewitzsänger aus der Aktion „Der Norden singt“ als Sieger hervor. Das Laienensemble überzeugte nicht nur da mit seinem großen Repertoire, sondern auch mit seiner musikalischen Vielfalt und Präzision. „Das war die Handschrift von Friedel Pröpper“, betont von Walsleben. Die Musikpädagogin wehrt hingegen bescheiden ab: „Ich hatte das Glück, dass ich mich nie um das Organisatorische kümmern musste. Das übernahm in Tramm der Vereinschef. Diese Arbeit vom inzwischen verstorbenen Vorsitzenden Manfred Boye führte Willibald Bratrschovsky weiter. Der einstige Leiter des Crivitzer Gymnasiums will sich jetzt, wie viele weitere Ensemblemitglieder, zurückziehen. „Es gibt aber auch einige Chormitglieder, die überlegen, wie es in kleinerem Rahmen weitergehen könnte“, fügt von Walsleben an. Für die werde die Gemeinde die Tür offen halten.

Darüber hinaus gibt es für Sangesfreudige eine Einladung nach Rastow. „Wer zu uns wechseln möchte, ist willkommen,“ betont Chorleiterin Gudrun Thielmann. Die Chorleiterin bedauert sehr, dass sich die Lewitzsänger auflösen. Denn schon vor zwei Jahren hörten die Sülstorfer Lindensänger um Inge Apel auf. Diese Chöre hatten in den zurückliegenden Jahrzehnten eng zusammengearbeitet, standen auch gemeinsam auf der Bühne.